Samstag, 13. April 2013

Huch! - Ist da Rettich in der Suppe?


Rettich in der Suppe, nach einer Idee von Johann Lafer

"Rettich in der heißen Suppe, was ist das denn?"

Zunächst stolperte ich über das Foto. Rettichstreifen in der heißen Gemüsebrühe waren da zu sehen. Ich rieb mir die Augen, blinzelte zweimal und schaute nochmal genauer hin. Tatsächlich. Das Bild war immer noch da. Wie in Stein gemeißelt schaute es mich vollkommen harmlos aus einem Kochbuch vom Johan Lafer an, grad so, als wäre es das normalste auf der Welt.

Rettichsuppe, sozusagen. Nicht schlecht Herr Specht aber wie mag das wohl schmecken???

Neugierig begann ich im Rezept zu lesen und schnell schlug meine Verblüffung um, in interessierte Wissbegier. Aus der Zutatenliste wurde mir schnell klar, dass die Sache einfach schmecken musste. Ingwer, Chili, Zitronengras und gerösteter Sesam kamen darin vor. Zusammen mit dem Rettich konnte das tatsächlich was werden, dachte ich mir und griff zu Stift und Einkaufsliste.


Zutaten für zwei Personen

  • 1/2 mittelgroßer weißer Rettich
  • Schale von 1/2 Zitrone, mit dem Sparschäler abgeschabt.
    (Herr Lafer nimmt Zitronengras)
  •  ein Daumengroßes Stück frischen Ingwer
  • 1 frische rote Chili
  • 3 Stangen Frühlingszwiebeln
  • drei Eier für Eierstich (Herr Lafer nimmt Seidentofu)
  • 1 Esslöffel Sesamsamen
  • Sojasoße hell
  • Salz
  • Rapsöl (Herr Lafer nimmt Sesamöl)
  • 750 ml Gemüsebouillon.

Vorbereitung

Rettich schälen und mit dem Sparschäler in feine Streifen hobeln.

Zitronenschale in feine Streifen schneiden. Beim Schälen darauf achten, dass nichts bzw. so wenig wie möglich Weißes mit abgeschält wird, damit die Suppe nicht bitter schmeckt.

Ingwer schälen und würfeln.

Chili waschen und in Ringe schneiden.

Von den Frühlingszwiebeln die dunkelgrünen Teile abschneiden und beiseite legen. Die hellen Teile in feine Röllchen schneiden.

Aus den Eiern einen Eierstich zubereiten. Ich habe ihn mit Salz, Curry und Kurkuma gewürzt, so bekommt er eine exotische Note, passend zur Brühe. Der Eierstich kann für Menschen mit Zeit entweder "Royale" zubereitet werden, oder einfach in einem Gefrierbeutel, der 10 Minuten in kochendes Wasser getaucht wird. Diese Variante ist natürlich für Menschen ohne Zeit. Den Eierstich dann in Würfel schneiden.

Sesamsamen in einer trockenen Pfanne rösten, bis sie duften.


Zubereitung

Etwas Öl in einem Topf erhitzen, Ingwer, Zitronenschale und Chili kurz darin anschwitzen.

Mit dem Bouillon ablöschen und ca. 30 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Die dunkelgrünen Teile der Frühlingszwiebeln werden dazu gegeben und mitgegart.

Danach durch ein Sieb gießen und die Brühe mit Sojasoße und Salz abschmecken.

Den Rettich in der Brühe 3-4 Minuten erhitzen, herausnehmen und auf zwei Teller verteilen.

Ebenso die Würfel vom Eierstich auf den Tellern verteilen.

Brühe nochmal kurz aufwallen lassen und darüber gießen.

Die Zwiebelröllchen und etwas vom Sesam darüber verteilen und servieren.


persönliche Beurteilung

Uns schmeckte die Suppe hervorragend. Der Rettich war butterzart, leicht bissfest und harmonierte bestens mit den restlichen Zutaten. Die Brühe schmeckte pikant frisch, durch die Zitrone und den Ingwer. Der Chili steuerte etwas Schärfe bei. Das "Tüpfchen auf dem i" allerdings bildete der Sesam, dessen typisch nussiges Aroma dem ganzen Gericht den letzten Schliff verpasste. Zusammen mit dem Eierstich, der diesen Hauch von Curry in sich trug, war das ein Rezept, wie man es von einem namhaften Koch erwartet: einfach himmlisch.


Quelle

"Lafers schlanke Schlemmerküche", Weltbildverlag, Seite 16
ISBN: 9783828914377

Kommentare:

  1. Man kann es kaum glauben, aber ich habe bisher noch nie - zumindest nicht wissentlich - ein Rezept von Herrn Lafer nachgekocht. Doch diese Suppe interessiert mich.

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    1. HiHi, genau so ging es mir auch. Allerdings muss ich noch hinzufügen, dass Kollege Lafer Seidentofu verwendete, das ich dann durch den Eierstich ersetzte. Tofu ist nämlich nicht mein Ding. Ich bin immer noch der Meinung, das ist nichts weiter als ein erbärmlicher Ersatz für Fleisch.
      Aber vielleicht lasse ich mich ja in Zukunft noch eines Besseren belehren.

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