Samstag, 10. November 2012

französische Zwiebelsuppe - ein Klassiker

Der Wind peitscht mir Regentropfen ins Gesicht. Ich vergrabe den Kopf so weit es geht im Kragen meiner Jacke, doch es hilft nichts. Die Wassertropfen rinnen über meine Backen und laufen in den Hemdkragen. Ich eile durch die Straßen eines kleinen unbedeutenden Dorfes in der Bretagne, Schutz suchend vor dem Unwetter, das mich so unerwartet überraschte.

französische Zwiebelsuppe


Plötzlich taucht am Straßenrand ein kleines Bistro auf. Das vergammelte Schild über der windschiefen Eingangstüre des uralten Hauses lässt erahnen, dass es sich um das Bistro "Chez Pierre" handelt. Aber eben nur erahnen, denn von der Aufschrift ist nicht mehr viel zu erkennen.

Schnell drücke ich die Türe auf, trete ein. Der Wind treibt eine kräftige Böe durchs Restaurant, wirbelt einige Speisekarten durch die Luft und pustet einen Schwall Regen über Tische und Stühle. Ich "ferme la porte", wie mich der Wirt geheißen hat und sehe mich um.

Warme, feuchte Luft kommt mir entgegen. Zigarettenrauch kitzelt meine Nase. Lediglich an der Theke sitzen einige vereinsamte Gestalten vor ihrem "petit rouge". Kratzige Stimmen, die zu rauen Gesellen gehören, tauschen sich angeregt über das Wetter aus. Faltige Gesichter, leuchtende Augen, wirre Haare.

Ich geselle mich dazu. Setzte mich an die Theke und bestelle ebenfalls einen "petite rouge".

Schnell komme ich ins Gespräch. Unterhalte mich, über Frankreich, Deutschland und die Welt.

Die Menschen sind offen, warm, freuen sich am fremden Gesicht, der Unterhaltung, neuen Geschichten.

Ich erfahre, dass die Spezialität Zwiebelsuppe ist, bestelle mir eine Portion, probiere und weiß: Ich werde nie wieder vergessen, was ich zu essen bekomme.

Das schmeckt nicht nur nach Zwiebelsuppe. Nein. Romantik, Genuss und Lebensfreude ist da präsent, springt mich förmlich an, wärmt mir Herz und Seele. Und zwischen den Zwiebeln, dem Käse und dem Weißbrot, wenn ich ganz genau hinsehe, entdeckte ich sogar noch ein verschmitztes Lächeln des Wirtes, der diese Suppe seine Spezialität nennt.

Zutaten

  • 1 kg Zwiebeln
  • einige Scheiben Baguette
  • einen Teelöffel Senf
  • eine Hand voll geriebenen würzigen Käse
  • 1/4 l trockenen Weißwein
  • 2 Esslöffel Sherry
  • 1 l Boulllion
  • Salz
  • Pfeffer
  • zwei getrocknete Schoten Chili, zerstoßen
  • Öl
  • Butter

Vorbereitung

Zwiebeln halbieren, schälen und in halbe Ringe schneiden, nicht zu fein.


Zubereitung

Zwiebeln in einem ofengeeigneten Schmortopf und etwas Olivenöl behutsam anbraten, bis sie goldbraun sind. 

Nicht rösten!

Haben sie schöne Farbe angenommen, den Senf einrühren und kurz mitbraten.

Den Weißwein zum Ablöschen dazugeben und einkochen lassen, bis die Flüssigkeit nahezu verkocht ist.

Mit Boullion ablöschen, Sherry dazugeben und würzen.

Deckel auflegen und die Hitze soweit reduzieren, dass die Suppe gerade noch ganz leicht vor sich hin köchelt, ein bis eineinhalb Stunden lang.

Kurz vor Ende der Garzeit, den Ofen auf 250 °C Oberhitze vorheizen.

Die Baguettscheiben kräftig toasten.

Den Topf vom Feuer nehmen, Deckel entfernen und die getoasteten Baguettescheiben auf die Suppe legen. Mit dem Käse bestreuen und einige Butterflöckchen auf dem Käse verteilen.

Im Ofen nochmal für ca. 10 Minuten goldbraun überbacken.


Fazit

Ein Gedicht.

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