Sonntag, 28. Oktober 2012

Neuer Blog in meiner Blogroll

Ich habe gerade bei "lamiacucina" einen neuen Blog entdeckt, der mich sehr begeistert.

Unter "onlyfood.de" veröffentlicht der Autor tolle Rezepte, mit fantastischen Bildern. Ein Blog, der den Wunsch nach mehr weckt und der einen Platz in meiner Blogroll bekommt.

Ich freu mich schon auf die nächsten Artikel.

Samstag, 27. Oktober 2012

Auberginenröllchen mit Olivencreme

Ich gehe gerne auf Flohmärkte.

Einerseits der Stimmung wegen, andererseits locken mich die Bücherstände, mit all jenen Kochbüchern, die mitleidslos dem großen Vergessen überantwortet wurden. Verschlossen in dunklen Kartons und verlassen in staubigen Kellern, warten die kleinen und großen Exemplare auf Begnadigung. Darauf, dass sie vielleicht ein gütiger Koch wiederentdeckt. Die wenigen Tage des Lichtes zwischen Flohmarkt und Erbarmen sind die einizigen, an denen ihnen noch ein Fünkchen Hoffnung vergönnt ist: "Wird sich ein freundliches Wesen für mich interessieren, mich sogar kaufen?", fragen sich die ratlosen Kameraden und harren, warten, hoffen.

Auberginenröllchen, gefüllt mit Olivencreme

Tja, liebe Freunde. Zu einem dieser freundlichen Küchenwesen zähle ich meine Wenigkeit. Doch verbirgt sich dahinter natürlich hämischer Eigennutz, denn es sind wirklich ungeahnte Schätze, die dort für wenige Euros feil geboten werden.

So auch kürzlich, als ich ein kleines Heftchen von "Cornelia Schinharl" entdeckte, mit dem Titel "CROSTINI leicht gemacht"
(ISBN: 10 3-7742-3592-9/13 978-3-7742-3592-2).

Unter anderem beschreibt sie dort die Herstellung einer Olivencreme, die ich ausprobierte, allerdings nicht auf einem Crostini sondern auf einer Aubergine.

Zutaten

  • eine Aubergine
  • eingelegte, getrocknete Tomaten
  • Olivenöl
  • Salz
für die Paste
  • 100 g schwarze Oliven, entsteint
  • 2 Sardellenfilets
  • 1 Esslöffel Kapern
  • 1 Esslöffel Pinienkerne
  • 1-2 Chilischoten, getrocknet und zerstoßen
  • Olivenöl
Vorbereitung

Sardellenfilets abtropfen und grob zerschneiden.

Tomaten grob hacken.

Auberginen waschen, Stielansätze entfernen  und in Scheiben schneiden.

Mit etwas Olivenöl einpinseln.

kräftig salzen.

In einer Pfanne goldbraun anbraten.

Aubergine mit Olivenpaste bestrichen


Zubereitung

Während die Auberginen braten, wird die Olivencreme zubereitet. Das geht ganz einfach:

Oliven, Sardellen, Kapern, Chili und Pinienkerne werden zusammen mit etwas Olivenöl in der Moulinex oder mit einem Pürierstab zu einer Paste verarbeiten. Ich verwendete dabei die herrlich aromatischen Pinienkerne von "rice und spice".

Ist die Creme fertig, die Auberginen einfach damit bestreichen, zusammenrollen und mit den Tomaten schön anrichten.

Fazit

Eine herrliche Vorspeise, die auch gut vorbereitet werden kann. Doch nicht nur als Vorspeise sondern auch zum Abendbrot schmecken die kleinen Röllchen natürlich hervorragend.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Über den Sinn oder Unsinn einer Salatschleuder

Zugegeben.

So eine Salatschleuder ist schon was Tolles. Das knackige Grün wird grob abgetropft, aus dem Wasser genommen, das Tröpfchenkatapult damit beschickt, zack ... zack ... zack ein paar mal rumgedreht und ratz - fatz - fertig ist der Salat. So wunderbar trocken, wie  man ihn sonst fast gar nicht hin bekommt.

abgetropfter Salat auf einem Trockentuch

Doch wie alle schnellen Sachen hat auch dieser freundliche Küchenhelfer einen Haken.

Schaut man sich nämlich den Salat vor und nach dem Schleudern aufmerksam an, so fällt dem sorgfältigen Betrachter auf, dass der vitaminspendende Geselle gar nicht mehr so richtig fröhlich aussehen will. Vielmehr schaut er ein wenig missgestimmt drein.

Und das liegt daran, dass die Fliehkraft und der dadurch verursachte Druck, viele feine Äderchen der oft filigranen Blätter brechen lässt.

Das Ergebnis: Der Salat sieht irgenwie nicht mehr so richtig appetitlich aus, besonders Ackersalat ist diesbezüglich sehr anfällig.

Deswegen bin ich von der Salatschleuder abgekommen und wasche wieder sorgfältig von Hand. In reichlich Wasser vorsichtig hin- und herbewegt, behutsam gedreht und gewendet, mit Bedacht herausgenommen und auf der Küchenspüle sorgsam verteilt, damit das Wasser natürlich abtropfen kann - ja, so fühlen sich die blättrigen Kameraden "sauwohl" und belohnen uns die geduldige Vorgehensweise mit knackig, leuchtendem Aussehen.

Doch eines ist klar! Die Sache braucht Zeit. Und selbst nach einer geraumen Weile des Wartens wird immer noch etwas Wasser unter den Blättern stehen. In der Tat, ärgerlich. Doch dem kann leicht entgegengewirkt werden, nämlich unter Zuhilfenahme eines sauberen und trockenen Geschirrtuches. Dieses einfach ausgelegt und die Blättchen nach einigen Minuten des Abtropfens darauf verteilt, saugt der Stoff schließlich auch die letzten Wassertröpfchen auf und das Grün ist nahezu genauso trocken wie aus der Schleuder.

Mit einem Unterschied: Der Salat sieht lecker aus.

Und noch einen Tipp am Rande. Sollte der Salat schon etwas welk sein, so kann er wieder aufgepeppt werden. Das ist ganz leicht. Wird er nämlich für einige Minuten in lauwarmem Wasser liegen gelassen, saugen sich die Kapillaren wieder voll und der Salat kommt drall daher, wie frisch geerntet.

Dienstag, 23. Oktober 2012

leckeres Pilzcremesüppchen mit Speck - belebend und vitalisierend

Im Schwarzwald, gerade bei uns um die Ecke, wirken an Herden und in Kochstub'n der örtlichen Gastronomie so viele Sterneköche, wie sonst nirgendwo im Lande der Germanen. So befinde ich mich in der glücklichen Lage, von Zeit zu Zeit das ein oder andere Restaurant besuchen zu dürfen, dessen Küche unter der Leitung einer jener wundersamen Koryphäen steht, die nicht "nur" Essen zubereiten, sondern sich der Kochkunst mit Leib uns Seele verschrieben haben.

Natürlich nicht jeden Sonntag, doch an besonderen Tagen ist das schon mal drin. Einerseits des Genusses wegen aber andererseits auch, um Inspiration zu sammeln.

leckeres Pilzcremesüppchen mit Speck

So trug es sich kürzlich zu, dass meine Frau und ich uns in einem der hochkarätigen Etablissements an eben solch exquisiten Köstlichkeiten laben durften. Wir hatten nämlich noch einen Gutschein, der dringend eingelöst werden wollte. Unter anderem kam ein "erlesenes Pfifferlingcremesüppchen" auf den Tisch.

Nachdem meine Frau den ersten Löffel probiert hatte stellte sie fest, dass jene Suppe sehr erfrischend mundete, was mich natürlich zunächst stutzig machte, denn - Pfifferlingcremesuppe schmeckt normalerweise nicht unbedingt erfrischend. Herzhaft vielleicht. Oder auch mal süßsauer. Aber erfrischend?

Meine Neugier geweckt, stibitze ich einen Löffel und kostete. Tatsächlich! Die Suppe schmeckte nicht nur köstlich, sondern wirkte auch ungewöhnlich vitalisierend.

Natürlich galt es umgehend, das belebende Geheimnis zu lüften und noch mehrere Löffel wanderten vom Teller meiner Frau über meinen Gaumen, bis sich eine Vermutung in mir regte, welchen Kunstgriff der Küchenmeister wohl angewandt haben könnte.

Einige Zeit später wagte ich das Experiment in meiner Küche; zwar nicht mit Pfifferlingen, dafür aber mit Steinpilz und Champignon. Und ich fand meinen Verdacht bestätigt: Das Geheimnis ist Meerrettich. Zwar nur sehr wenig. Gerade so viel, dass die belebende Wirkung der prickelnden Wurzel den Gaumen ein klein bisschen stimuliert, doch genau so wenig, dass der Meerrettich an sich nicht zu schmecken ist.

Zutaten für zwei Personen

  • 15g getrocknete Steinpilze
  • 250 g weiße Champgnons
  • zwei mittelgroße Kartoffeln, vorwiegend festkochend
  • eine Zwiebel
  • vier dünne Scheiben geräucherten, durchwachsenen Speck
  • 1/2 Liter Gemüsefond
  • 1/4 Liter trockenen Weißwein
  • zwei Esslöffel creme fraîche
  • Schnittlauch
  • Salz
  • Pfeffer weiß
  • Muskatnuss
  • 1/2 Teelöffel Sahnemeerettich

Vorbereitung

Steinpilze in einem kleinen Schälchen mit Wasser bedecken und eine Stunde einweichen lassen.

Champignons putzen und vierteln.

Kartoffeln schälen und grob zerteilen.

Zwiebeln schälen und hacken.

Speckscheiben dritteln.

Schnittlauch in feine Röllchen schneiden.


Zubereitung

Zwiebeln in einem Topf mit dickem Boden zusammen mit etwas Öl glasig dünsten.

Kartoffeln und Champignons dazugeben und für einige Minuten mit dünsten, bei mäßiger Hitze.

Mit dem Wein ablöschen und um die Hälfte einkochen lassen.

Steinpilze zusammen mit der Einweichflüssigkeit beifügen.

Gemüsefond dazugeben und alles zusammen 15 bis 20 Minuten leicht köcheln lassen.

Währenddessen die Speckscheiben ohne Fett in einer Pfanne cross anbraten und auf einem Küchenkrepp abkühlen lassen.

Nach der Garzeit creme fraîche einarbeiten und die Suppe mittels Pürierstab oder Küchenmixer zu einer feinen Potage verarbeiten, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Ganz zum Schluss den Meerrettich zusetzen und kräftig verquirlen.

Das Süppchen auf Tellern anrichten, pro Portion zwei bis drei Stückchen Speck auflegen und mit etwas Schnittlauch dekorieren.


Fazit

Ein echter Genuss, der jederzeit bedenkenlos auch Gästen serviert werden kann, die sich auf gutes Essen verstehen. Dazu ein Gläschen trockenen Weißwein - ein Gedicht!


Inspiriert von "saisonküche", "Pilzcremesuppe mit Speck".

Samstag, 20. Oktober 2012

Entenbrust klassisch - so gelingt sie immer

Es gibt wenig Fleisch, das ich so delikat empfinde, wie eine gut zubereitete Entenbrust.

Das Fleisch saftig, von freundlich rosiger Farbe, versehen mit etwas Fett und dazu die knusprig goldgelbe Haut - einfach himmlisch.

Und das schönste liebe Freunde: Die ganze Angelegenheit ist unkompliziert und einfach zuzubereiten.

Entenbrust

Zutaten

  • eine Entenbrust
  • Salz
  • Pfeffer

Vorbereitung

Den Herd auf 160 °C (Umluft) vorheizen, zusammen mit einer feuerfesten Auflaufform. 

Die Haut der Entenbrust mit einem scharfen Messer kreuzweise einritzen. Dabei ist Vorsicht und etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn das unter der Haut liegende Fleisch sollte nicht verletzt werden. Ansonsten nämlich kann sich die saftige Freude rasch in einen trockenen Verdruss verkehren und das wollen wir schließlich vermeiden. 

Entenbrust mit kreuzweise eingeritzter Haut

Als nächstes das Filet abtrennen.

Eine Pfanne auf mittlere bis starke Hitze bringen.

Ist die Haut fertig vorbereitet, kräftig mit Salz einreiben. Anschließend mit der Hautseite nach unten auf den trockenen Pfannenboden legen. Es ist nicht nötig, die Pfanne vorher einzuölen, die Entenbrust gibt reichlich Fett ab und beginnt schnell zu bruzzeln. 

Nebenher salzen und braten wir uns das Filet kurz von beiden Seiten an und essen es auf.

Nach ca. 7 Minuten  hat sich der größte Teil des Fettes verflüssigt, die Brust präsentiert sich in goldgelber Pracht und beginnt schon cross zu werden.

Entenbrust gebraten

Das Fleisch wird nun von der anderen Seite gesalzen und gepfeffert, sofort gedreht und ca. 3 Minuten weiter gebraten.

Dann kommt der Schmaus für 10 Minuten in den Ofen. Die Haut wird nun cross und das Fleisch rosa, wie es sein muss.

Jetzt Obacht!

Betrachtet man sich im Internet nämlich die ganzen Ratgeber zur Herstellung einer leckeren Entenbrust, müsste das Fleisch jetzt in Alufolie gewickelt werden. Damit sich der Saft verteilen kann, so heißt es überall. 

Hier befinden wir uns in einer Zwickmühle, denn wenn wir das Fleisch sofort anschneiden, läuft der Saft tatsächlich aus und die Brust wird trocken.

Andererseits hingegen, wickeln wir das Fleisch in Alufolie, so wird die Haut wieder lummelig. Das sollte natürlich in jedem Fall vermieden werden.

Entenbrust knusprig aus dem Ofen

Ich habe die Sache so gelöst und war damit recht zufrieden:

Nachdem die Brust fertig war, öffnete ich die Bratröhre, stellte den Ofen aus und zog das Blech einfach ein Stück heraus. Das Fleisch ist auf diese Weise der Hitzequelle weitgehend entzogen, bleibt aber trotzdem noch warm. So ließ ich das Ganze einfach 5 Minuten stehen und erst dann wurde gegessen. Ich denke mit dem Kompromiss geben wir dem Fleisch die nötige Zeit zu ruhen, die Bratensäfte können sich verteilen, es bleibt heiß und die Haut knusprig.

Zusammen mit etwas pfannengerührtem Gemüse haben wir im Handstreich eine herrliche Delikatesse auf dem Tisch, die man auch Gästen jederzeit kredenzen kann.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Hühnerbein in Koreander, rote Linsenpaste, dazu Knoblauchkartoffeln

So ein Hühnerbeinchen ist doch immer wieder geeignet, einen leckeren Schmaus zu bereiten. Sei es nun ganz klassisch, mit Salz, Pfeffer und Paprika gebacken, fritiert oder eher exotisch zubereitet.
Wie dem auch sei, kürzlich jedenfalls trieb mich eine Grille dazu, ein Experiment mit einigen jener geflügelten Haxn zu wagen:

Hühnerbein mit Linsenpaste und Knoblauchkartoffeln

Scharf sollte es sein!

Ungewöhnlich im Geschmack sollte es sein!

Kräftig gewürzt sollte es sein!

Also stand ich vor meiner Gewürzesammlung und sinnierte, ventilierte, meditierte.

Mein Blick haftete schon eine geraume Weile auf dem Koreanderpulver von "Rice and Spice", als mir die Idee kam, das Fleisch nicht nur "etwas zu würzen", wie es in unseren Landen so üblich ist, sondern es einmal so richtig im Gewürz zu "panieren".

Koreander schien mir für diese Erprobung höchlichst geeignet, dazu noch eine ordentliche Portion Schärfe, wozu mich das Harissapulver ansprach, welches mir meine Frau kürzlich schenkte.

Als Beilage leckere Knoblauchkartoffeln, ergänzt mit einer Paste aus roten Linsen - mir lief das Wasser schon im Munde zusammen.

Alsdann, frisch ans Werk:

Zutaten für zwei Personen

  • 2 Hühnerbeine
  • einen Esslöffel Koreander, gemahlen
  • einen Teelöffel Harissa als Pulver
  • Salz
für die Linsenpaste
  • 1/2 Tasse rote Linsen
  • eine Karotte
  • 2-3 Zehen Knoblauch, grob gewürfelt
  • eine mittelgroße Zwiebel
  • Curry
  • Chili grob zerstoßen
  • 2-3 Esslöffel Naturjoghurt
  • Salz
  • Öl
für die Kartoffeln
  • 6 mittelgroße Kartoffeln, festkochend
  • eine große Knolle Knoblauch, geschält und gepresst
  • Butter
  • Salz
  • Pfeffer

Vorbereitung

Kartoffeln mit Schale kochen, abschrecken, abkühlen lassen, pellen und in Spalten schneiden.

Hühnerbeine häuten und zerteilen.

Koreanderpulver und Harissa auf einem kleinen Teller vermengen und die Hühnerbeine darin panieren.

Zwiebeln schälen und grob würfeln.

Ofen auf 175 °C (Ober- Unterhitze) vorheizen.

Hühnerbein in Koreander paniert

Zubereitung

Hühnerbeine salzen und im Ofen auf Backpapier ca. 30 - 45 Minuten backen.

Zwiebeln zusammen mit dem grob gewürfelten Knoblauch in etwas Öl glasig dünsten.

Curry und Chili mit anbraten, bis die Gewürze duften.

Mit 1 1/2 Tassen Wasser ablöschen.

Linsen beifügen.

Alles zum Kochen bringen und bei kleiner Flamme ca. 10 - 15 Minuten weich köcheln lassen. Gegen Ende der Kochzeit überprüfen, ob noch genug Flüssigkeit vorhanden ist, damit die Linsen nicht anbrennen. Sollten sie trocken liegen und noch nicht weich sein, etwas Wasser hinzufügen und weiterköcheln lassen.

Während die Linsen garen, Butter in einem Topf mit dickem Boden auslassen und den gepressten Knoblauch darin glasig dünsten.
Kartoffelspalten beigeben, alles gut vermengen und salzen.
Bei kleiner Hitze unter gelegentlichem Rühren weiter braten.

Sind die Linsen weich, den Joghurt beigeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken, nochmal gut durchrühren und alles in einem Zerkleinerer oder mit dem Pürierstab zu einer möglichst feinen Paste verarbeiten.

Hühnerbeine, Kartoffeln und Linsenpaste auf einem Teller anrichten.

Hühnerbein in Gewürzmischung paniert

Fazit

Uns hat es allen hervorragend geschmeckt. Allerdings muss man den kräftigen Koreandergeschmack, gepaart mit der Schärfe des Harissas mögen. Zusammen mit der Linsenpaste bekommt das ganze Gericht schon eine afrikanisches Gesicht und die Knoblauchkartoffeln, leicht knusprig gebraten, sind natürlich selbstredend. 

Dienstag, 9. Oktober 2012

Kürbissuppe mit Kraft und Schwung

Haloween, Zeit der Kürbisse und deren Abart - die Suppe.

Meine Familie liebt sie, ich finde sie eher schlabbrig und langweilig. Schmeckt nach wenig, hat keinen rechten  Pfiff und spricht mich nicht an. An Ständen, bei Freunden, in Restaurants; ich versuchte und probierte, kostete und degustierte, aber immer mit demselben Ergebnis: Schlapp, schlapp, schlapp!

Alles natürlich sehr zum Leidwesen meiner Familie, die das cremig goldene Süppchen in Ehren hält, sich fröhlich und mit tiefsinnigem Lächeln daran labt, so sie denn auch auf den Tisch kommt.

Kürbissuppe

Doch Kochen ist Handwerk. Und Handwerk führt niemand nur für sich selbst aus sondern der Küchenkünstler  will mit seinem Werk schließlich auch andere Menschen erfreuen.

So gab ich also nicht auf und suchte weiter nach dem Kompromiss, wie solch eine Kürbissuppe wohl hin zu bekommen sei, damit sie nicht nur meiner Familie sondern auch mir schmeckte.

Eine Sichtung der Kühltruhe des EDEKAs schließlich brachte die entscheidende Wende. Als mein Blick sich dort kürzlich in einer saftigen Beinscheibe verlor, tauchte am Rande meines Bewusstseins plötzlich wieder diese verflixte Kürbissuppe auf und plötzlich kam mir der rettende Einfall: Zwei oder drei Suppenknochen würden der Potage Kraft und Schwung verleihen.

Gesagt, getan, probiert et voilà alle waren glücklich.

Und so habe ich es gemacht.


Zutaten

  • ein kleiner Hokkaido
  • 2 Karotten
  • eine kleine Stange Lauch (nur das Weiße)
  • eine große Kartoffel
  • 2-3 Zehen Knoblauch
  • eine mittelgroße Zwiebel
  • 3 Suppenknochen
  • 1/4 l trockener Weißwein
  • ein Schnapsglas abgelagerter Portwein
  • Salz
  • Pfeffer
  • eine Blüte Mazis
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 getrocknete Schoten Chili (zerbröselt)
  • Wasser
  • etwas Öl
  • Petersilie

Vorbereitung

Die Suppenknochen in einen kleinen Topf mit kaltem Wasser legen, aufkochen und 5-10 Minuten köcheln lassen, bis kein Schaum mehr austritt. Knochen abgießen und unter klarem Wasser gut waschen, zur Seite legen.

Karotten schälen und in grobe Stücke zerteilen.

Lauch putzen und in Ringe schneiden.

Knoblauch schälen und grob zerteilen.

Kartoffel schälen, waschen und würfeln.

Vom Hokkaido die Kerne entfernen, schälen und grob würfeln. Wer es mag, kann die Schale auch dran lassen. Ich bevorzuge die geschälte Variante.


Zubereitung

Zwiebel, Lauch, Karotten in etwas Öl glasig dünsten.

Knoblauch, Kartoffel- und Kürbiswürfel unterrühren und kurz mitbraten.

Mit Wein und Portwein ablöschen und etwas einköcheln lassen.

Mit Wasser gerade eben bedecken, Suppenknochen dazugeben und die Gewürze beifügen.

Ich habe allen im Druckkochtopf bei zweitem Ring 20 Minuten kochen lassen.

Nach der Kochzeit den Deckel abnehmen, Knochen und Lorbeer herausnehmen, mit dem Pürierstab kräftig pürieren und nochmal abschmecken und mit grob gehackter Petersilie dekorieren.

Wer die Suppen ganz glatt möchte, kann sie noch passieren.


Fazit

Ich verzichtete darauf, Sahne, Schmand oder ähnliches einzuarbeiten, denn die Potage bestach durch  kräftigen und runden Geschmack. Vor allem die Muskatblüte von "Rice and Spice" spendete aus dem Hintergrund herrliches Aroma.

Jetzt kann Halloween kommen.




Samstag, 6. Oktober 2012

Abnehmen und satt essen

Wer abnehmen will, muss hungern.

Dieser antiquarische Gedanken ist gemeinhin überholt. Zumindest, was den rein körperlichen Hunger angeht. Doch meistens haben wir uns antrainiert, die Sattmeldung des Magens zu ignorieren und so lange weiter zu essen, bis der "Ranzen spannt". Bis man man nicht mehr papp sagen kann und der Drang, sich augenblicklich hinlegen zu müssen den Gourmand derart traktiert, dass er diesem unverzüglich Folge zu leisten hat.

Wer von seinem Gewicht nicht überholt werden möchte, muss mit solchem Verhalten brechen!

Hier ist Geduld gefragt. Geist, Seele und Magen müssen langsam wieder erzogen werden und das geht nicht von heute auf morgen. Kleine Mengen essen ist das eine Ziel, das es zu Erstreben gilt. Umlernen ist angesagt, doch das ist ein langwieriger Prozess. Am Anfang reicht es schon aus, die Sattmeldung des Magens überhaupt erst einmal wahr zu nehmen. Dieser Folge zu leisten, ist anschließend meist ein ständiges Wechselbad zwischen Erfolg und Misserfolg. Mit der Zeit jedoch können wir wieder lernen, auf unseren Körper zu hören. Doch wie gesagt: Geduld ist gefragt.

Das zweite wichtige Ziel, ist die Antwort auf die Frage nach dem Womit!

Womit sättige ich mich?

Womit fülle ich den Magen?

Fett und Kohlehydrate oder Eiweiß, Mineralien und Vitamine?

Zucker, Mehl, Alkohol und Fette liefern Energie in Hülle und Fülle, stehen jederzeit und rauen Mengen zur Verfügung und können laufend zu sich genommen werden. An jeder Würstchenbude, in allen Restaurants, bei jedem Bäcker präsentieren sie sich wie Huren und locken uns, wollen verführen, gegessen werden.

Wie dürftig und kläglich hingegen erscheinen uns da Salate, Gemüse, Obst, Rohkost?

Im Fast Food gänzlich vernachlässigt und zu Hause auch nur unter hohem Zeitaufwand zuzubereiten, fristen sie ein kümmerliches Dasein am Rande unserer reich gedeckten Tafeln. Wir füllen unsere Mägen in der Regel mit schwerer Kost; Mineralien und Vitamine hingegen kommen nur in homöopatischen Dosen auf den Tisch. Das Ergebnis: Wenn wir satt sind, haben wir unserem Körper solche Mengen an Energie zugeführt, wie wir sie in Tagen nicht verbrennen würden. Unser braver Körper aber lässt nichts verkommen und speichert die gesamte Energie in körpereigenem Fett. Der Wanst wird feist, die Lust an Bewegung sinkt. Teufelskreis.

Also: Wer sein Gewicht im Griff haben will, sollte sehr sorgfältig auswählen, wie viel Energie er zu sich nimmt. Nichts gegen ein ordentliches Stück Fleisch, das liefert uns in erster Linie Eiweiß. Dann wenige Kohlenhydrate dazu, sie geben uns das Gefühl deftig gegessen zu haben. Den Magen füllen aber sollten wir  mit Gemüse, Salat und Obst.

Auf diese Weise können wir uns wirklich satt essen, ohne uns jedoch mit einer Überdosis an Energie abzuschießen.

Das bedeutet: Satt sein und danach immer noch Kraft haben.

Hat man sich daran erst einmal gewöhnt, dankt unser Körper uns das mit Fitness und echtem Wohlbefinden. Sich nach dem Essen nicht hinlegen zu müssen, um  den Ranzen träge von einer Seite zur anderen zu wälzen, stöhnend Schnäpse zu trinken und darauf warten zu müssen, dass man sich wieder bewegen kann, bleibt uns so erspart.

Lust an Bewegung und Aktion sind der Dank, den unser Körper uns so spendet. Und Gesundheit nebenbei.

So fliehen die Kilos wie von Geisterhand und das Geräusch ächzender Waagen wird bald nicht mehr zu hören sein.

Nur zu Kamerad, pack's an.

Freitag, 5. Oktober 2012

Abnehmen und Sport

Wer abnehmen will muss Sport treiben!

Stimmt!

Aber nicht wegen der Kalorien, die zusätzlich verbrannt werden. Das ist nämlich gar nicht so viel, wie sich der Abnehmwillige in der Regel erhofft. Je nach Körpergröße, Widerstand und Geschwindigkeit kann man davon ausgehen, dass bei 1/2 Stunde Plackerei auf dem Hometrainer gerade mal 250 - 300 kcal verbrannt werden. Betrachtet man im Gegenzug den Energiegehalt einer Scheibe Brot, belegt mit etwas Wurst oder Käse, so hält sich das schon die Waage.

Ergo: Sport machen um Kalorien zu verbrennen wird meines Erachtens eher überbewertet.

Wenn ich einen Tag durch die Stadt marschiere, in verschiedenen Läden die Treppen hoch und runter laufe oder locker im Garten einen Nachmittag arbeite, verbrauche ich wesentlich mehr Energie und muss mich dabei lange nicht so anstrengen.

Doch da sind wir beim Thema: Die Anstrengung. Der Biss. Das Durchhalten.

Um das Gewicht im Griff zu haben, ist Biss erforderlich. Der "innere Schweinehund" muss überwunden werden. Das Nein zur "leckeren Verführung", zum übermäßigen Genuss wird gefragt. Und das Schöne am Sport ist - er unterstützt genau jene seelische Kraft die wir benötigen, um unserem "rosa ringebeschwanzten Köter" die Stirn zu bieten. Dabei ist nicht der Hochleistungssport gemeint, auch nicht übertriebene Strapaze. Nein. Regelmäßig leichte Anstrengung, die unseren Puls etwas schneller schlagen lässt als gewöhnlich, reicht schon aus.

Und als netter Begleiteffekt verbrennt der Aktive noch ein paar Kalorien zusätzlich, ganz abgesehen von der gesunden Wirkung auf Herz und Kreislauf.


Also sollten wir uns nicht entmutigen lassen, wenn wir Sport treiben, schwitzen, uns anstrengen und der Blick auf den Kalorienverbrauch nach all der Körperertüchtigung uns gewahr werden lässt, dass wir gerade mal ein Wurstbrot abtrainiert haben.

Sport spendet seelische Kraft, stärkt die geistige Widerstandsfähigkeit, ist gesund und bringt uns zur Vernunft.

Deswegen sollte, wer abnehmen will, Sport treiben.