Donnerstag, 6. September 2012

Ein paar Gedanken zum Thema "Abnehmen"!

Vorgestern kam ich aus dem Urlaub zurück und gestern wagte ich mich mal ganz vorsichtig auf die Waage. Wirklich ganz vooorsichtig. Doch alle Vorsicht half nichts, es war dasselbe Theater wie jedes Jahr nach dem Urlaub, aus der Waage kam ein Zettel mit der Aufschrift: "Bitte nicht in Gruppen auf die Waage steigen!" :-).

Ergo - jetzt sollte man erst mal wieder abnehmen - oder?

Doch Spaß beiseite. Das Thema "Übergewicht" und "Abnehmen" scheint im Internet zu einem ziemlich lukrativen Geschäft mutiert zu sein, zumindest wenn man die Tausenden von tollen Ideen betrachtet, die das Abnehmen angeblich zu einem Kinderspiel werden lassen und die allesamt Geld kosten.

Alles funktioniert nach demselben Muster: Man wird mit halbseidenen tollen Andeutungen neugierig gemacht und wenn es darum geht handfeste Infos oder Hilfestellungen zu bekommen kostet's plötzlich.

Doch im Endeffekt ist alles ganz simpel:


Die Energiebilanz

Führen wir dem Körper mehr Energie zu als er benötigt, setzen wir Fett an - positive Energiebilanz. Und umgekehrt: Führen wir weniger Energie zu als er benötigt, bauen wir Fett ab - negative Energiebilanz.

Und hier wird es schwierig, denn um eine negative Energiebilanz zu erreichen müssen wir hungern. Denkt man. Aber ist dem wirklich so? Oder liegt nicht einfach viel an unserer Erziehung und unserem Denken?

Denn mal Hand aufs Herz: Äßen wir alle nur so viel, bis wir satt sind, hätte unsere Gesellschaft wesentlich weniger Probleme mit dem "Dick sein!". Doch neben dem Hunger werden seelische Schwankungen gerne mit essen ausgeglichen, sei man nun gut gelaunt oder gefrustet und das setzt an.


Der Verführer

Vielleicht kann man die ganze Sache ja so sehen: Wir haben doppelten Hunger!

Zum Einen den rein körperlichen, den gesunden Hunger, der uns das Überleben sichert und der immer und in jedem Fall befriedigt werden sollte.

Zum Anderen den seelischen, den kranken Hunger, den Verführer, der uns immer und ständig alle möglichen Nahrungsmittel in unseren Körper stopfen lässt, in der Hoffnung auf etwas Wohlbefinden und Glück.


Diäten

Hier kommen die ganzen Diäten ins Spiel, die allesamt nicht funktionieren, denn sie tricksen unseren gesunden Hunger zugunsten eines scheinbaren Erfolgsgefühls aus und das lässt unser Körper nur begrenzt zu. Irgendwann holt er sich alles wieder mehrfach zurück, der Jojo-Effekt stellt sich ein und lässt uns dicker und dicker werden.


Abnehmen ist fragwürdig

Deswegen denke ich, dass Abnehmen der falsche Weg ist.

Ähnlich wie der Alkohol dem Süchtigen kurzfristig Befriedigung verschafft, sättigen wir unseren seelischen Hunger mit "Abnehmerfolg", statt mit all den verführerischen Leckereien. Doch das Eine wie das Andere sind Ersatzbefriedigungen. Sie helfen nicht und sie machen nicht wirklich satt.

Wir sollten eher langsam lernen, den körperlichen Hunger vernünftig zu stillen. Essen und trinken sollte ein ganz bewusstes Ritual werden, bei dem wir unseren Körper spüren, auf ganzer Breite sättigen und unsere Seele gezielt daran teilhaben lassen.

Das Gewicht reduziert sich dann ganz von selbst, ohne Krampf und Kampf, das Abnehmen verliert seinen Schrecken und wird zu dem was es sein sollte, nämlich ein nebensächlicher Begleiteffekt.

Doch jetzt ist es schon ziemlich spät und ich merke, während ich diese Zeilen schreibe, dass aus den paar Gedanken, die ich nur kurz erwähnen wollte nun doch eine ganze Menge Gedanken geworden sind. An dieser Stelle passt ein kurzer Break ganz gut rein und ich höre für heute auf. Weiter geht es dann im nächsten Artikel.

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