Dienstag, 24. April 2012

Hilfe, der Schinken ist trocken - was tun?

In Südfrankreich, in Spanien oder in Italien, wenn ich eine Metzgerei besuche, blicke ich immer ganz sehnsüchtig auf die leckeren Schinkenbeine, die dort überall herumhängen. Groß, saftig und voller Aroma kitzeln sie meine Nerven und ich kann förmlich spüren, wie das zarte, rosa, luftgetrocknete Fleisch auf der Zunge zergeht. Da kann ich nicht widerstehen. Am Ende des Urlaubs wird immer einer gekauft.

spanischer Schinken in Jamonero

In Spanien erstand ich vor einigen Jahren ein "Jamonero", einen Halter um den Schinken einzuspannen, damit er besser zu schneiden ist.

In neuerer Zeit findet man spanische Schinken sogar schon in deutschen Supermärkten, selbst in Discountern tauchen sie bisweilen auf. Mit Jamonero. Supergünstig. Fünf Kilo für meist unter 50,- €. Ich weiß natürlich nicht, wie gut sie sind, aber ich kann mir vorstellen, dass zwischenzeitlich in einigen deutschen Haushalten solch leckere Schwarten in manchen Kellern glänzen.

So schön das auch alles ist, ein Problem taucht dabei auf. Die Lagerung.

Hinzu kommt meist noch das irreführende Denken, man dürfe diesen appetitlichen Schweinepopo nur bei besonderen Gelegenheiten auf den Tisch bringen. Und so geschehen in deutschen Kellern traurige Dramen - die säuischen Kameraden trocknen aus.

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Einmal angeschnitten, dürfen sie nicht in Kunststoff gelagert werden, sonst beginnen sie zu schimmeln. Einzige Möglichkeit sie einzupacken ist in Leinen und wie gesagt, da trocknen sie gerne aus.

Mitunter wird die Schnittfläche so hart, dass man sie kaum mehr geschnitten bekommt, da hilft auch kein scharfes Messer.

Doch nicht verzagen, es gibt einen Ausweg. Sollte der Freund tatsächlich einmal hart und trocken sein, so kann die Schnittfläche mit einem feuchten Geschirrtuch aufgebessert werden. Wird der Schinken nämlich damit für einige Stunden eingewickelt, weicht die Schnittfläche etwas auf und kann wieder in Form gebracht werden. Schneidet man nun einige Scheiben ab, so gelangt man in tiefere Regionen und rotes, zartes Fleisch taucht wieder auf.

So behandelt wird der Genießer wieder froh und sollte seinen kleinen Liebling rasch verzehren, denn Schinken muss weich sein.

Und immer dran denken: Von Zeit zu Zeit muss der Speck mit einem feuchten Tuch abgedeckt werden, so trocknet er nämlich auch in Zukunft  nicht aus.

Kommentare:

  1. appetitlicher Schweinepopo... hahaha...

    Ich habe letzte Woche im Supermarkt auch so einen riesen Schweinepopo gesehen. Ich glaube: es kostet so ungefähr 70 Euro.

    Für meine Zwei-Personen-Haushalt ist es einfach zu viel. Wie lange brauchst Du bzw. Deine Familie, um es aufzuessen?

    *Nur neugierig*

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    1. Also, wenn er mal angeschnitten ist, dann geht es leider meistens recht schnell. Er steht dann in der Küche, wird ein bis zwei mal am Tag mit einem feuchten Leinentuch bedeckt und ist dann binnen einiger Wochen verzehrt.

      Manchmal lagern wir ihn im Keller und holen ihn nur zu besonderen Anlässen hoch, dann geht es schon mal bis zu einem halben Jahr.

      Allerdings leidet die Qualität bei zu langer Lagerung und man hat auch einigen Verschnitt.

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