Samstag, 10. März 2012

Zwiebelgeschnetzeltes mit Datteln und Honig - eine ungewöhnlich schmackhafte Komposition

Djibouti ist ein typischer "back to the roots" Staat am Horn von Afrika. Als wir noch in Äthiopien lebten dachten wir uns eines Tages, Djibouti sei eine Reise wert. Schließlich grenzte es an das Land in dem wir uns aufhielten. Wie üblich lockte das Abenteuer und wir entschieden uns, die Tour auf eigene Faust mit unserem Mitsubishi Pajero zu unternehmen.

Zwiebelgeschnetzeltes mit Datteln und Speck

Einem jungen, unkonventionellen Kollegen kam das zu Ohren und er bat um einem Lift. Er wollte nach Somalia trampen, was selbst wir als abenteuerlustige Zeitgenossen ausgesprochen mutig fanden. Also machten wir uns zu dritt auf den Weg, durchquerten die Danakil Wüste und schafften es tatsächlich bis nach Djibouti.

Dort angekommen besuchten wir unter anderem den absolut nichtssagenden Hafen des winzigen Staates, als unser Reisegefährte plötzlich meinte: "Dort werden wir zu Mittag essen, das wird lecker!" Dabei deutete er auf eine schäbige, vollkommen heruntergekommene Hafenkaschemme, die lediglich aus ein paar zusammengenagelten Wellblechen bestand.
"Du bist wohl nicht ganz dicht?", fragte ich ihn völlig entgeistert "da holen wir uns alle Krankheiten, die es in Ostafrika so gibt!", versuchte ich seine Idee abzuwälzen. Doch es war aussichtslos. Er wollte unbedingt in der Spelunke essen und war felsenfest davon überzeugt, dass wir dort aufs Hervorragendste speisen würden. Also folgten wir ihm zweifelnd ins Etablissement und setzten uns an einen der schmierigen, wackeligen Blechtische mit Aussicht auf einen abgetakelten, ölverschmierten Dampfer. Hieße er "Yorikke", es hätte mich nicht gewundert.

Wie dem auch sei, wir bestellten Fisch mit Dattel-Bananenbrot, übrigens das einzige was es zu essen gab.
Als die Speisen serviert wurden, nahm ich zweifelnd und mit Todesverachtung meinen ersten Bissen zu mir, nur um binnen Sekunden feststellen zu müssen, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie so etwas leckeres gegessen hatte. Woher unser Reisegefährte das wusste, ist eines jener Geheimnisse des Lebens, das sich wahrscheinlich nie aufklären wird.

angebratener Speck

Der Fisch war ausgenommen und in der Mitte auseinandergeschnitten, mit einer roten Gewürzpaste bestrichen und für nur ganz kurze Zeit in einem eigentümlich aussehenden Lehmofen gebacken worden. Die Gewürze schmeckten herrlich erfrischend und der Fisch war fest und saftig. Dazu das Dattel Bananenbrot, herzhaft schwer und süß zugleich - das Gericht war schlichtweg ein Gaumentraum. Übrigens wurden wir danach nicht krank, wen's interessiert.

***

Die Geschichte kam mir kürzlich beim Einkaufen wieder in den Sinn, als ich im Angebot unseres Edekas wunderschöne israelische Datteln sah. Natürlich fing mein Gehirn sofort an zu arbeiten, was wohl mit so einer Leckerei am besten anzufangen sei und dabei kam ich auf folgendes Rezept.

Zutaten

  • 500 g Schweinegeschnetzeltes
  • 200 g durchwachsener Speck, in feine Scheiben geschnitten
  • 2 große Zwiebeln
  • 5-6 Zehen Knoblauch
  • Chili
  • 1 El Honig
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • 1/4 Liter Fleischbrühe
  • 1 gehäuften Teelöffel Speisestärke, in einem Schluck kalten Wasser aufgelöst


Zwiebeln und Datteln anbraten


Zubereitung


Geschnetzeltes in Olivenöl scharf anbraten und zur Seite stellen.

Speck in derselben Pfanne scheibenweise anbraten und zur Seite stellen

Zwiebeln schälen und in Spalten schneiden, Datteln entkernen und halbieren oder vierteln, Knoblauch schälen. Zwiebeln ebenfalls in derselben Pfanne anbraten und wenn sie beginnen braun zu werden, Datteln und die ganzen Knoblauchzehem hinzufügen und noch einige Minuten mitbraten.

Honig beigeben und ebenfalls kurz mitbraten lassen.

Mit Fleischbrühe ablöschen, Speck und Geschnetzeltes dazugeben und gut durchmischen.

Wenn alles heiß ist, Speisestärke einrühren, kräftig würzen und servieren.

Dazu gab es selbstgemachtes Fladenbrot.

Fleisch, Zwiebeln, Datteln und Speck - einfach lecker


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