Sonntag, 4. März 2012

Salzkartoffeln - so kocht sie die Mamutschka

Salzkartoffeln sind nicht gleich Salzkartoffeln. "Natürlich nicht, es kommt schließlich auch noch auf die Kartoffelsorte an.", mag sich jetzt mancher Leser denken. Doch weit gefehlt.

Selbstverständlich verhalten sich Nicola anders als Annabelle und gewiss schmecken Agata anders als Belana. Doch neben der Kartoffelsorte entscheidet die Zubereitung maßgeblich über den Geschmack. 

bei Salzkartoffeln eine Zwiebel mitkochen lassen

Bisher war ich der Meinung, dass bei einem anspruchslosen Gericht wie Salzkartoffeln die Zubereitungsform eindeutig sei und nur wenig Variationsmöglichkeiten offen blieben. Doch ein Gespräch mit einer Bekannten aus Russland belehrte mich eines Besseren.

Wir saßen vor einiger Zeit in geselliger Runde. Bei russischem VODKA, Knoblauch und fettem Speck plauderten wir lose über dies und das. Schnell steuerte ich das Gespräch zum Thema "Kochen", denn meine Neugier an russischen Rezepten und Erfahrungen ist groß. Zu meinem Bedauern entpuppte sich die Gesprächspartnerin als recht uninteressierte Person, die Kochzunft betreffend,  so plauschten wir nur kurz über einfache Rezepte. 

Ich war schon am abschalten, hörte nur mit halbem Ohr zu und dachte im Stillen über andere Gesprächsthemen nach, als sie mich plötzlich fragte: "Wie kochst du den Salzkartoffeln?"

Überrascht von der ungewöhnlichen Frage schreckte ich aus meiner mentalen  Abschweifung auf und fühlte mich wie ein 8-jähriger Junge, der bei einem Schelmenstreich ertappt wurde. Ich hoffte sehr, sie habe mein Desinteresse nicht bemerkt.

"Wie bitte, wie meinst du das denn?", fragte ich sie sichtlich verdattert ob der Absurdität der Situation. Insgeheim dachte ich mir: "Wie kann man denn nur nach der Zubereitungsart von Salzkartoffeln fragen."

"Na so wie ich es meine!", sie schaute mich konsterniert an. "So schwer ist das doch nicht zu verstehen. Salzkartoffeln eben. Wie kochst du Salzkartoffeln?"

"Nun ganz einfach, ich schäle sie, wasche sie, lege sie in einen Topf mit Salzwasser und koche sie, bis sie weich sind."

"Siehts du, meine Mutter ließ immer eine Zwiebel mitkochen. Die Kartoffeln schmecken so viel aromatischer und um die Zwiebel haben wir immer gestritten.", sie grinste mich überlegen an.

Tja, man sollte eben nicht vorschnell sein Interesse abwenden, auch wenn ein Gespräch langweilig erscheint. Es gibt immer was Neues zu entdecken.

Zwischenzeitlich koche ich oft eine Zwiebel mit, wenn ich Salzkartoffeln bereite, denn sie schmecken in der Tat wesentlich aromatischer und um die Zwiebel gibt es mittlerweile auch bei uns regelmäßig Streit.

Versucht es auch einmal.

Und wer die Haut seiner Hände nach dem ganzen Stresstest "Küchenarbeit" gerne pflegen will, ohne sie mit einer unangenehmen Fettschicht einzubalsamieren, dem sei die Kartoffelcreme von Styx empfohlen. Es ist wirklich unglaublich, was man aus Kartoffeln alles machen kann.







Kommentare:

  1. Es ist sehr interessant dieses Posting von dir zu haben. Ich war auch am Thema und am weiteren Verlauf interessiert. Mach weiter so.

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  2. Nicola, Annabelle, Agata und Belana... mir fällt auf, dass diese Kartoffeln alle mit "a" oder "e" enden. :-D

    Das mit der Zwiebel finde ich sehr interessant. Das werde ich auf jedem Fall ausprobieren.

    Kartoffel-Hand-Balsam habe ich auch noch nie gehört. Klingt sehr außergewöhnlich (positiv gemeint)

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    1. Hallo Pimo,

      danke fürs Kommentieren.
      Lass uns wissen, ob es Streit um die Zwiebel gab.
      :-)

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