Mittwoch, 15. Februar 2012

Schweinefilet im Speckmantel - ein toskanisch herzhaftes Vergnügen

Es gibt unzählige Rezepte, wie Schweinefilets zubereitet werden können. Doch eines haben fast alle gemeinsam: Mit dem zarten Fleisch geht man behutsam um. In der Regel werden Filets nicht einfach gesotten und gebraten, sondern man überlegt sich etwas besonderes. Edles Fleisch gehört mit raffinierten Rezepten zubereitet. Man findet sie im Bierteig ummantelt, in Sherry mariniert, gegrillt mit Spargel oder gar gefüllt mit Backpflaumen und in Burgundersoße serviert.

Schweinefiletmedaillons im Speckmantel, dazu Couscous 

Egal welches Rezept man betrachtet, beim Filet wird es in jedem Fall ausgefallen. Das ist in allen Ländern so, in denen Menschen das Fleisch des rosigen Paarhufers mit Genuss verzehren. So auch in Italien. Wie wäre es denn zum Beispiel mal mit einem kleinen kulinarischen Ausflug in die Toskana? Spickeln wir doch zusammen über die Hecke in des Nachbars Garten und finden heraus, wie dort Schweinefilet zubereitet wird.

Die Menschen dieser Gegend, von ihrer Herkunft bäuerlich geprägt, sind es seit Generationen gewohnt, dem kargen Boden seine Früchte in harter Arbeit abzuringen. Wein, Kräuter, Tomaten und selten Fleisch prägte die einfache Küche jener Region. Von der Sonne begünstigt verstanden sich die Menschen dort schon immer nicht nur aufs Arbeiten sondern gleichermaßen auch aufs Leben. Im Gleichgewicht zwischen diesen beiden Polen menschlichen Daseins entwickelten sie einfache Rezepte, voller Kraft und Würze, denen eine eigentümliche Raffinesse zueigen ist.

So auch die Schweinefilets im Speckmantel.

Zutaten

  • ein mittelgroßes Schweinefilet
  • 10 Scheiben durchwachsenen geräucherten Speck
  • eine Hand voll Kirschtomaten
  • 4-5 Knoblauchzehen
  • 500 g Sahne
  • 2 Esslöffel Paniermehl
  • Butter
  • Salz
  • frischer Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Lorbeerblätter
  • frischer Rosmarin
  • frischer Thymian


Zubereitung


Sahne mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Lorbeerblätter, einige Zweigchen Rosmarin und einen Teelöffel voll Thymian dazugeben, kurz aufkochen, von der Herdplatte nehmen  und 10 - 15 Minuten ziehen lassen.

Zwischenzeitlich das Filet waschen, trocken tupfen und in ca. 10 Medaillons zerteilen.

Medaillons mit Speck umwickeln

Medaillons mit je einer Scheibe Speck umwickeln und in eine Auflaufform setzen.

Sahne mit den Gewürzen darüber verteilen.

Die Oberfläche eines jeden Medaillons mit etwas Paniermehl bestreuen.

Tomaten halbieren, Knoblauch zerdrücken, fein würfeln und zusammen mit Rosmarin und Thymian über den Fleischstückchen verteilen.

Jedes Stück mit einer Flocke Butter versehen, im vorgeheizten Ofen bei 175 °C 40 bis 45 Minuten backen und servieren.

Schweinefilet nach toskanischer Art

Ein Gläschen trockener Chianti aus der Toskana verleiht dem Gericht eine ursprüngliche Note und lässt den Genießer etwas von der Lebensfreude der toskanischen Bürger erahnen. Als Beilage wird eigentlich Brot serviert. Ich wagte allerdings einen derben Stilbruch und wartete  mit einer Portion Couscous auf.

Idee aus dem Büchlein: "Kulinarisches aus Italien", Moewig Verlag

Kommentare:

  1. Köstlich aufbereitet, Deinen Stilbruch möchte ich noch ergänzen, würde Datteln, fein geschnitten in den Cous Cous geben, das harmoniert perfekt mit dem Speck und Scheinefilet. Lecker Lecker, lassen wir es uns schmecken. Gruß Thomas

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    1. Hallo Thomas,

      stimmt, die Idee ist in der Tat bestechend. Die Süße der Datteln würde dem Gericht nochmal mehr Wucht verleihen. Oder Backpflaumen denke ich, würden ebenfalls gut passen.

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    2. Die Lust an diesen Cous Cous süß Varianten hab ich in Ibiza in einem Marokanischen Restaurant entdeckt...

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    3. Hallo Thomas,

      Die schweren süßen Früchte haben es sowieso in sich. Ich verirrte mich vor einigen Jahren mal in eine funzelige Hafenkaschemme in Djiboti. Dort aß ich an einem schmierigen wackligen Tisch das beste Fischgericht meines Lebens. Der Koch hatte den Fisch ausgenommen, der Länge nach aufgeschnitten, mit einer scharfen roten Gewürzpaste bestrichen und nur ganz kurz in einem sehr heißen Lehmofen gebacken. Dazu gab es "Dattel-Bananenbrot". Der Fisch war so saftig, wie ich nie zuvor geahnt hätte, dass so etwas überhaupt möglich sei und die Kombination zwischen scharfem Fisch und dem Dattelsüßen Brot war einfach der Hammer. Noch heute läuft mir das Wasser im Munde zusammen, wenn ich daran denke.

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  2. Zurück zum Ursprung nenne ich das.... klingt sehr lecker und fein. Gruß Thomas

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