Donnerstag, 23. Februar 2012

Bratkartoffeln - sie müssen speckig und knusprig sein

Ach ja, Bratkartoffeln! Nirgendwo liegt "himmelhoch jauchzend" und "zu Tode betrübt" so nah zusammen wie bei dieser Beilage. Wie oft habe ich mir in allen möglichen Restaurants geröstete Grumbieren bestellt und nur selten war es mir vergönnt, das Servierte auch genießen zu können. Meistens waren sie entweder zu trocken oder schwammen im Öl.

Bratkartoffeln speckig, goldbraun und knusprig

Trotzdem gebe ich nicht auf und jedesmal, wenn ich in einem neuen Wirtshaus Bratkartoffeln auf der Speisekarte sehe, kann ich einfach nicht widerstehen. Ich bestelle einfach und fiebere ungeduldig wartend dem Ersehnten entgegen. Schlimm ist es dann mit mir. Wirklich. Jedesmal wenn die Bedienung aus der Küche kommt, schaue ich lechzend auf die Speisen, die sie trägt.

Sind Bratkartoffeln auf dem Teller greife ich schon mal zum Besteck, nur um es meist enttäuscht wieder beiseite legen zu müssen, wenn sie kurz vor unserem Tisch abdreht und dem unverschämten Feistling am Nachbartisch die goldbraune Pracht freundlich lächelnd serviert. "Wohl bekomms!", "lassen sie sich's schmecken!" oder einfach nur "einen guten Appetit!" wünscht sie dann immer. Der Flegel neben mir greift schließlich zur Gabel, nimmt sich etwas von dem begehrten Gut und schiebt es langsam in seinen riesigen Mund. Er schließt die Augen und kaut. Schiebt die Speise von einer Backe zur anderen, lässt sie auf der Zunge kreisen,  den Gaumen schmeicheln und genießt, genießt, genießt. Es ist jedesmal dasselbe, ich habe es schon hundertmal ganz genau gesehen.

Wenn er dann den ersten Bissen heruntergeschluckt hat, öffnet er seine Augen, schaut mich verächtlich an, nimmt eine neue Gabel voll und während ich mit großen Augen daran haften bleibe und mir das Wasser im Munde zusammenläuft, grinst er hämisch, blickt mich schelmisch an und meint "Die Bratkartoffeln schmecken ausgezeichnet, sie sollten sie mal versuchen."

Dann huscht mein Blick wieder sehnsüchtig auf die Küchentür, nur damit sich das gräuliche Drama wiederholen kann. So oft. So unendlich viele Male. Bis endlich die Bedienung klare Richtung zu unserem Tisch einschlägt, eine große Portion Bratkartoffeln an meinen Platz stellt und auch mir einen guten Appetit wünscht. Endlich fällt alle Folter und Seelenqual von mir ab und ich kann befreit eine Gabel voll der Leckereien kosten.



Manchmal ist es mir auch vergönnt, gelungene Vertreter ihrer Art auf der Zunge spüren zu können und das wiegt alle anderen Bratkartoffeltorturen auf.


Wenn ich sie selber mache, gehe ich wie folgt vor:

Zutaten

  • 1 kg festkochende Kartoffeln, die besten Erfahrungen habe ich mit Ditta gemacht, sie sind schön speckig
  • 1 große Zwiebel
  • 100 g Speckwürfel
  • 5 Esslöffel Ol oder besser Gänseschmalz
  • Salz
  • Pfeffer


Zubereitung


Kartoffeln waschen und in einem großen Topf mit Schale kochen, bis sie fast gar sind. Danach abschütten, unter kaltem Wasser abschrecken und abkühlen lassen. Wenn sie kalt sind schälen.

Währenddessen Zwiebeln schälen und in viertel Ringe schneiden.

Eine beschichtete Pfanne erhitzen und Speckwürfel darin auslassen, Zwiebeln glasig dünsten.

Hitze auf mittlere Stufe herabregeln und die Kartoffeln mit einem Gurkenhobel in ca. 0,5 cm starke Ringe schneiden und direkt in die Pfanne fallen lassen.

Wenn alle Kartoffeln in der Pfanne sind mit kräftig Salz und viel Pfeffer würzen und das Öl darüberschütten.

Alles mit zwei Kochlöffeln gut umrühren und dann in der Pfanne ruhen und brutzeln lassen.

Nach dem Umrühren die Kartoffeln in der Pfanne ruhen lassen

Nach 5-10 Minuten mit einer Gabel vorsichtig einige Kartoffelscheiben anheben und nachsehen, ob sie schon braun sind. Wenn sie die richtige Farbe haben, einmal gut durchmischen und wieder liegen lassen, bis sie unten braun geworden sind.

Diesen Vorgang insgesamt drei mal wiederholen und dann sofort servieren.

Kommentare:

  1. Hallo Beni,

    ich habe gerade gesehen, dass Du ein Buch aus Deinem Blog gemacht hast. Ich finde es sehr interessant. Ist das Buch eine 1:1 "Kopie" von diesem Blog oder steht es in dem Buch was anderes als im Blog?

    Übringens: Im Amazon gibt es viele Bücher unter Deinem Namen. Hast Du alles geschrieben? *sehr neugierig*

    VG,

    Pimo

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Pimo,

      Das Buch besteht im Wesentlichen aus den wichtigsten Teilen dies Blogs. Es ist leider nur schwarz weiß und mit wenigen Bildern versehen.

      An sich ist es gedacht für Leute, die weniger gern am Bildschirm lesen aber trotzdem etwas von meinem Blog mitbekommen möchten.

      Was die anderen Bücher unter "meinem" Namen angeht, die sind nicht von mir, es muss sich dabei um Namensvettern handeln.

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...