Donnerstag, 26. Januar 2012

Fladenbrot selber machen - wie vom Inder

Mit dem Fladenbrot in Deutschland ist das so eine Sache. Um es kurz zu machen, man bekommt es hierzulande schlichtweg nicht, es sei denn in einem teuren indischen Restaurant. Dort ist die Chance noch am größten, richtig leckeres Naan-bread zu bekommen. Außen muss es knusprig sein, kleine bis mittelgroße Bläschen mit leichter Bräunung vorweisen und innen muss es Seele haben, weich und feucht.

Fladenbrot

Wenn man welches kauft ist es meist trocken und labbrig, und wenn man es selber backt ist es außen zwar knusprig, innen jedoch hart wie ein Brett oder aber dick und trocken, dass es nur so staubt. Das alles sind sicherlich nette Versuche aber den Namen Fladenbrot verdienen sie einfach nicht oder besser gesagt, ich stelle mir darunter etwas anderes vor.

Was habe ich schon alles versucht, um vernünftiges Fladenbrot zu backen. Immer war das Ergebnis mäßig bis erbärmlich. Egal welches Rezept ich auch versuchte, hieß es nun Fladenbrot, Naanbread, Pitabrot, Foccatia oder welche Namen die Kameraden sonst noch so alle tragen, jedesmal sah ich das neuerliche Scheitern dem Teigprodukt schon an, als es aus dem Ofen kam. Und der Biss ins Brot bestätigte es: "Das war wieder mal der berühmte Griff ins Klo." Nicht dass die Fladen schlecht waren, aber meine Erwartungen erfüllten sich einfach nicht.

Doch man soll die Hoffnung bekanntlicherweise nie aufgeben und so machte ich mich kürzlich wieder ans Werk, überdachte all meine Experimente, rätselte über Fehler, studierte Kochbücher und durchforstete das Internet, als mir plötzlich ein unbedeutender Post in den äußersten Randbereichen von Chefkoch.de die Erleuchtung brachte. Lapidar, in nur wenigen Zeilen geschrieben, hielt mir der Autor jenes Rezeptes vor Augen, was ich all die Jahre falsch gemacht hatte. Leider fand ich den Post nicht mehr wieder, sonst hätte ich ihn hier verlinkt und dem freundlichen Schreiber ein herzliches Dankeschön gespendet.

Der bzw. die Fehler waren nämlich zweierlei:
  1. Verwende keine Hefe
  2. Back nicht im Ofen sondern in der Pfanne
Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, die Hirten im Orient hatten mit Sicherheit keine Öfen dabei und die Etrusker wanderten auch nur mit leichtem Kochgeschirr durch die Wildnis. Und doch war Fladenbrot ihr Grundnahrungsmittel, sie konnten es also nur in Pfannen oder auf Steinen in Glut gebacken haben.


Sofort machte ich mich ans Werk und diesmal mit Erfolg. Der Feinschliff fehlt zwar noch aber das Ergebnis kommt einem Fladenbrot wie ich es mir wünsche sehr sehr nahe.

Zutaten

  • 200 g Mehl
  • 1 Teelöffel Salz
  • Olivenöl
  • 100 - 150 ml Wasser

Zubereitung


Mehl uns Salz gut vermengen.

Wasser mit einem Schuss (1 Teelöffel) Olivenöl hinzugeben und einen festen, homogenen Teig kneten.

Arbeitsfläche bemehlen, aus dem Teig eine Rolle formen und in ca. 5 Stücke teilen.

Jedes Stück zu einem dünnen Fladen ausrollen.

In einer Pfanne mit je 1/2 Esslöffel Olivenöl bei mittlerer Hitze zu einem leckeren Fladenbrot ausbacken.

Nachtrag am 17.11.2013:
Wenn man die fertigen Brote aufeinander stapelt und sofort mit einem Geschirrtuch abdeckt, werden sie schön weich und geschmeidig.

Kommentare:

  1. vielen lieben dank!!!!! des hilft mir wirkli sehr! les gerade das buch von maria magdalena mara und da wird brot ohne hefe und sauerteig empfohlen!!! danke, alles liebe doris

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    1. Hallo Doris,
      vielen Dank für den Kommentar. Es freut mich natürlich sehr, wenn dir mein Rezept weitergeholfen hat.

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  2. Herzlichen Dank für dieses Rezept! Hat toll geschmeckt und ist super simpel! Habe etwas zu viel Salz reingemacht (einen gehäuften TL und dann noch ein bisschen), aber ansonsten wie gesagt sehr lecker. Werd ich auf jeden Fall noch öfter machen. ;) Liebe Grüsse, Ariane

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    1. Hallo Ariane, freut mich, dass es lecker war und vielen Dank für die Rückmeldung.
      Noch ein schönes Wochenende wünsche ich.
      Beni

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  3. Super Sache, schmeckt wie beim Inder! Tipp: wird perfekt wenn man eine Eisenpfanne verwendet!

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    1. Stimmt! Die Hitze und Wärmeleitung in einer Eisenpfanne übertrifft alle anderen Pfannen bei Weitem. Guter Tipp, vielen Dank für's Kommentieren.

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