Samstag, 28. Januar 2012

das weichgekochte Frühstücksei - Garant für einen gelungenen Start in den Tag

Das weichgekochte Ei am Frühstückstisch ist wie die Katze im Sack. Wie oft geschieht es: Man sitzt in einem Hotel oder bei Bekannten zu Tisch und ein gekochtes Ei ziert die, mit Speisen reich bestückte morgendliche Tafel. Anscheinend vollkommen harmlos, schön platziert im dekorativen Eierbecher lächelt es einen freundlich und ermutigend an. Doch das Lächeln ist nur Fassade. Dahinter verbirgt sich ein grausames Grinsen, das an Häme seinesgleichen sucht doch nirgends findet. Hinterhältig, boshaft, mit gehässig funkelndem Blick starrt der finstere Geselle dem Betrachter direkt in die Augen und spricht mit heiserer Grabesstimme:

weichgekochtes Frühstücksei

"Na, wie sieht es aus. Angeblich bin ich weichgekocht, zumindest sagt das ja die Gastgeberin. Aber bin ich es wirklich? Tja. Da musst du mich schon öffnen und hineinsehen. Spannend, gell? Meinst du, die Gastgeberin hat es hinbekommen? Oder nicht? Dann bin ich hartgekocht, oder vielleicht noch schlabbrig, mein Weiß nicht fest sondern Gallerte? Oder mein Gelb nicht flüssig sondern hart und trocken wie alte Knetmasse? Nur Mut mein Scharfrichter, walte deines Amtes und enthaupte mich Du wirst schon sehen."

Und da ist es plötzlich, dieses unangenehme Gefühl zwischen Mut und Verzweiflung. Wird das hoffende Sehnen erfüllt und man findet ein perfekt gekochtes Frühstücksei oder wird es eine jener schaurigen Enttäuschungen, die den braven weichgekochten Eierliebhaber die sonntägliche Grille derart vergrätzen kann, dass er sich am liebsten im dunkelsten Winkel des kalten Kellers verstecken möchte um dem Tag den Gar auszumachen.

Und dann noch diese unerquickliche Heuchelei, wenn die Gastgeberin neugierig ihr Haupt hebt, interessiert das aufgeschlagene Ei betrachtet und fragt: "Ist es so richtig gekocht?"

Nun denn lieber Leser, da wäre man doch am liebsten selbst in der Küche gestanden und hätte das Ei mit eigener Hand zubereitet. Denn wer will denn schon die Katze im Sack haben. Oder? 


Doch Spaß beiseite, wer als Gastgeber seine Gäste erfreuen möchte, zumindest diejenigen mit dem Wunsch nach einem weichgekochten Ei, dem empfehle ich folgendes Vorgehen.

Wichtig ist, dass zwei Grundvoraussetzungen erfüllt sind:

  • Das Ei muss der Größe Large (L) sein
  • Das Ei kommt durchgekühlt aus dem Kühlschrank
  • Das Ei wurde an der runden Seite angepikst

Zubereitung
Einen kleinen Topf mit passendem Deckel nehmen und ca. 5 cm mit Wasser füllen. Das Ei sollte ungefähr bis zur Hälfte bedeckt sein.

Ei an der dicken Seite anstechen.

Das Wasser zum Kochen bringen.

Ei ins kochende Wasser legen, den Deckel schließen und die Eieruhr sofort auf 6 Minuten stellen. Extrem wichtig ist, den Deckel zu schließen.

Die Hitze darf nun lediglich nur so weit zurückgenommen werden, dass das Wasser nicht mehr aus dem Kochen kommt, abgesehen von dem kurzen Moment, wenn das Ei hinein gegeben wird.

Wenn die Uhr klingelt, das Ei augenblicklich herausnehmen und unter kaltem Wasser abschrecken.

Servieren und sofort verzehren, denn es gart nach und wird hart, wenn es zu lange ungegessen auf dem Tisch herumsteht.

Wer das alles mit wissenschaftlicher Finesse erklärt haben möchte, kann das bei Fokko unter dem Titel "Das perfekt gekochte Frühstücksei" nachlesen.

Kommentare:

  1. Prima, das versuche ich jetzt mal, nachdem du mir dieses Rezept so ans Herz gelegt hast. Ein Ei passend kochen, das sollte selbst ich schaffen, ansonsten komme ich zur euch nach Süddeutschland und werde wieder meine Stärke zeigen: essen!

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    1. Danke, ist einen Versuch wert.

      Bisher habe ich immer normal temperierte Eier in kaltem Wasser aufgesetzt. Wenn`s Wasser kocht, 3- einhalb Minuten kochen lassen, dann abschrecken.

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