Freitag, 22. Juli 2011

gesunde Fette, ungesunde Fette - eine einfach verständliche Erklärung

tierische Fette, pflanzliche Fette, gesättigte Fettsäuren, ungesättigte Fettsäuren, Omega 3, Omega 6 ... . Das ist verwirrend und wer eine Erklärung sucht, stößt meist auf ausufernde, schwer verständliche chemische Formelanhäufungen oder nur kurze unvollständige Texte. Öle wie Fette sind wichtige Faktoren, die auf unsere Gesundheit einwirken und mit denen wir täglich in der Küche umgehen. Deswegen gehört eine verständliche Übersicht zu diesem Thema in einen guten Kochblog.  


Wie wichtig, fand man an den Eskimos heraus. Dort beobachteten Forscher nämlich vor vielen Jahren, dass diesem Volk Herz- und Kreislauferkrankungen gänzlich fremd waren. Über lange Zeit hinweg war das ein ungelöstes Rätsel, bis entdeckt wurde, dass es am Fisch, bzw. dessen Fett lag.

Vorab: Fette sind wichtig und wer auf Fett verzichtet wird über kurz oder lang dieser Geisteshaltung erliegen.

Fette und Öle, wie gesund ist was?

Grundsätzliches
Die gängige Meinung ist: pflanzliche Fette sind gesund, tierische ungesund. Doch so einfach ist es nicht. Über  gesunde tierische Fette schrieb ich bereits in meinen Posts "Butter - gesund oder ungesund" , "Gänsefett"  und "Gänsefett in Omas Arzneischrank".

Leckereien jedoch, wie die Kruste des Krustenbratens, der Bauchspeck auf dem Grill, das Fett am Rinderbraten, Wurst, Salami und Kollegen, sind tatsächlich äußerst ungesund.

Pflanzliche Fette hingegen sind nicht nur gesund, sie können genauso zerstörerisch auf den Körper wirken, wie all jene Leckereien.

Gesättigte Fette
Darunter versteht man im Allgemeinen alle Fette vom toten Tier. Sie erhöhen den Cholesterinspiegel, lagern sich in Zellwänden ein und verhärten sie. Dadurch werden die Zellen spröde. Die Innenseiten der Adern bekommen feine Haarrisse, an denen sich Cholesterin anlagert, was zur gefürchteten Arteriosklerose und somit zum Herzinfarkt führt.

Gesättigte Fette sind definitiv ungesund und bei Zimmertemperatur fest.

Ungesättigte Fette
Die ungesättigten Fette teilen sich auf in einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte und sind bei Zimmertemperatur flüssig.


Einfach ungesättigte Fette
werden vom Körper selber erzeugt.Sie helfen das gute Cholesterin aufzubauen und senken das schlechte. Somit wirken sie vorbeugend gegen Herz- und Kreislauferkrankungen.

Diese Fette kommen vor in Oliven, Nüssen, fettem Obst und Samen.

Anders bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Mehrfach ungesättigte Fette
kann der Körper nicht selber herstellen, sie müssen durch Nahrung aufgenommen werden. Deswegen heißen  sie "essentielle" Fettsäuren. Diese essentiellen Fettsäuren werden im Wesentlichen nochmals unterschieden in "Omega 3" und "Omega 6" Fettsäuren.

Hier hat die Werbung für massive Verwirrung unter den Menschen gesorgt.

"Omega 6" Fette
"Omega 6" Fettsäuren sind grundsätzlich gesund und wirken positiv auf fast alle Körperfunktionen. Sie kommen in vielen Lebensmitteln vor, wie in diversen Ölen, Samen, Nüssen, vielen Getreidesorten und  sind leicht herzustellen. Das haben sich Erzeuger von Speiseölen reiflich zunutze gemacht.

Über Fernsehen, Radio und Zeitung wird propagiert, wie gesund alle möglichen Speiseöle seien, aufgrund ungesättigter Fettsäuren.

Tatsächlich werden die Produkte jedoch vorwiegend mit den leicht herzustellenden "Omega 6" Fettsäuren angereichert. Allem voran Pflanzenmargarine, mit einem Anteil von über 50% "Omega 6".

Von der Werbung beeinflusst verspeisen wir nun zuhauf solche Öle, im trügerischen Rückschluss, unserem Körper Gutes zu tun. Doch mitnichten. Neben all den positiven Wirkungen bergen "Omega 6" Fettsäuren auch erhebliche Risiken, nämlich:

- sie fördern Blutgerinsel
- sie verengen die Blutgefäße
- sie begünstigen Zellwucherungen
- sie fördern Entzündungen
- erhöhen schlechtes Cholesterin
 
Doch all der negativen Wirkungen zum Trotz sollte keinesfalls darauf verzichtet werden, denn "Omega 6" ist für die meisten Prozesse im Körper extrem wichtig.

Um den negativen Aspekten entgegenzuwirken, gibt es "Omega 3" Fettsäuren

Omega 3 Fette
diese Kameraden sind selten und nur schwer zu beschaffen. Sie sind das lipide Gold und kommen vor in fettem Fisch, wie Makrele, Hering, Lachs oder Tunfisch, vorausgesetzt es sind keine Zuchtfische. Fische produzieren "Omega 3" nämlich ebenfalls nicht selbst sondern nehmen sie durch spezielle Nahrung auf, die sie nur in freier Wildbahn erhalten.

Weiterhin kommen "Omega 3" Fette vor in Weizenkeimen, Soja, Walnuss, Leinsamen und Raps.

Und ihre Wirkungen sind erstaunlich.

- sie helfen gegen Blutverklumpungen
- erweitern die Gefäße
- hemmen Zellwucherungen
- hemmen Entzündungen
- verringern schlechtes Cholesterin

Damit ist das Geheimnis der Eskimos geklärt, denn sie ernährten sich hauptsächlich von fettem Fisch mit hohem Anteil an "Omega 3" Fettsäuren.

Auf das Verhältnis kommt es an
Das Übel ist unsere zu getreidelastige Ernährung und die übertriebene Anreicherung vieler Nahrungsmittel mit "Omega 6". Stimmt das Verhältnis zwischen "Omega 3" und "Omega 6" nämlich nicht, so verdrängen die negativen Wirkungen der "Omega 6" Fettsäuren die positiven der "Omega 3" Fettsäuren und diverse Krankheiten werden begünstigt. Das können sein: Herz-Kreislauferkrankungen, Rheuma und Allergien, um nur einige zu nennen.

Ein optimales Verhältnis zwischen "Omega 6" und "Omega 3" Fettsären ist 2:1.

Öle mit schlechtem Verhältnis sind
- Distelöl
- Sonnenblumenöl
- Margarine
- Sesamöl
- Maiskeimöl
- Erdnussöl
- und man höre und staune, das Olivenöl

Öle mit gutem Verhältnis sind
- Weizenkeimöl
- Sojaöl
- Walnussöl
- speziell abgestimmte Herz- und Kreislauföle
- und allen voran das Rapsöl, mit einem Verhältnis von 2:1

Fazit
Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, kommt schnell auf den Gedanken, schlechtes Fett akribisch auszusortieren und auf alles Mögliche zu verzichten.

Doch eines sollten wir nicht vergessen.

Gedanken, Gefühle und Stimmungen wirken ebenfalls auf unseren Gesundheitszustand. Setzten wir uns in einem "Gesundheitswahn" zu sehr unter Druck und verzichten auf all jene freudigen "Ereignisse", wie leckeren Krustenbraten, gegrillten Bauchspeck oder duftenden Käse, so wirkt das "weggenommene Vergnügen" mindestens ebenso schädlich, wie alle schlechten Fette.

Ich denke der vernünftige Mittelweg ist angebracht. Auf der einen Seite sollte unbedingt auf eine gesunde Auswahl an Fetten und Ölen geachtet werden, auf der anderen Seite aber darf's auch ab und zu Schweinebraten oder Leberkäswecken sein, nur eben nicht ausschließlich.

Kommentare:

  1. Sehr gute Erklärung,
    doch ich hätte da aber noch eine Frage, was sind die Gemeinsamkeiten zwischen Fett und Kohlenhydraten und was sind die Unterschiede?

    Gruß

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    Antworten
    1. Zunächst vielen Dank für den Kommentar.

      Die Frage ist ganz einfach erklärt, von komplizierten chemischen Ausführungen möchte ich allerdings Abstand nehmen.

      Der Körper hat nur zwei Möglichkeiten Energie zu gewinnen.

      1) Er verbrennt Fett

      2) Er verbrennt Zucker.

      Was Fett ist, wird in obigem Artikel erklärt.

      Zucker ist im Endeffekt alles andere. Also nicht nur der Zucker in Kuchen, Schokolade oder Zuckerdöschen, sondern auch Kohlenhydrate oder Alkohol.

      Das bedeutet: Brot, Nudeln, Kartoffeln, Mehl, Reis, Getreide, Bier, Wein, Schnaps und so weiter ist für den Körper genau das Gleiche wie Zucker. Zwar gibt es zwischen Zucker und Zucker Unterschiede, die Länge der Kohlenstoffketten betreffend, aber es sind eben Zucker.

      Dazu sollte man folgendes noch wissen:

      Zucker steht den Muskeln schneller zur Verfügung als Fett und wird deswegen zuerst verbrannt. Erst wenn kein Zucker mehr im Blut vorhanden ist, greift der Körper auf seine Fettreserven zurück.

      Und überschüssiger Zucker wird von der Leber in Fett umgewandelt und in unseren Pölsterchen gespeichert.

      Ich hoffe die Erklärung war hilfreich. Wenn noch Fragen sind, einfach stellen.

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  2. Hi, ich koche gerne und achte auf eine Gesunde Ernährung und einen ausgewogenen Ernährungsplan. Hole mir gerade ein paar Rezeptideen

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