Mittwoch, 29. Juni 2011

Knoblauch

Knoblauch polarisiert die Welt. Während der eine ihn liebt und gerne täglich davon naschen würde, ekelt es den anderen förmlich an, das Aroma der herzhaften Knolle auf  der Zunge oder in der Nase zu spüren.

Das alles wäre kein Problem und jeder könnte seiner Lust oder Unlust freien Lauf lassen, wäre da nicht der nächste Tag, der den Knoblauchliebhaber enthüllt. Da hilft weder gründliches Zähneputzen noch kräftiges Duschen, die Duftwolke umgibt den "Bösewicht" und verrät die Untaten des Vorabends.

Knoblauchliebhaber gehen unterschiedlich damit um. Die einen vermeiden den abendlichen Genuss, die anderen haben sich ein dickes Fell zugelegt und begegnen den vorwurfsvollen Blicken überlegen mit freundlichem Lächeln, denn sie wissen um alle positiven Kräfte, welche diese herausragende Zwiebel dem Körper spendet.



Knoblauch enthält nämlich unter anderem Selen, eines der wichtigsten Schutzstoffe vor Krebs und Herzinfarkt. Zusammen mit Vitamin E verhindert Selen die Verklumpung von Blutplättchen und hält somit die Arterien sauber.

In China gibt es Gebiete mit totalem Selenmangel im Boden. Wissenschaftler stellten fest, dass in dieser Region schon 10 jährige Kinder unter Herzkrankheiten leiden und daran auch sterben.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass neben Knoblauch das verpönte Schweinefleisch ein wichtiger Selenspender ist, weil dem Futter der Tiere Selen zugesetzt wird, zum Gesundheitsschutz. Ob das allerdings auch für Biofleisch gilt ist sicherlich eine Frage, der man gesondert nachgehen sollte.

Um der ganzen Angelegenheit noch einen Hut aufzusetzten fanden Forscher heraus, dass Knoblauch nicht nur Selen sondern auch Ajoen enthält, welches anscheinend direkt in die Zellteiung eingreift und die Blutgerinnung verhindert.

Doch die gesundheitlichen Geschenke reichen noch viel weiter: Knoblauch stärkt die Abwehrkräfte, tötet Keime, desinfiziert, löst Krämpfe und verbessert die Durchblutung der Herzkranzgefäße. Er senkt den Cholesterinwert und tötet schlechte Bakterien im Darm.

Rezepte aus Großmutters Arzeneischrank:
Knoblauch hilft gegen Warzen, Hühneraugen und Fußpilz: Aus den Zehen wird einfach ein Brei hergestellt, und auf die erkrankten Stellen aufgetragen.

Knoblauch hilft gegen Brochitis: Ein Esslöffel Honig, ein Esslöffel Zitonensaft und eine gepresste Zehe Knoblauch werden vermischt und der Saft mehrmals am Tag eingenommen.

Knoblauch hilft bei Hexenschuss: Zunächst sollte der Patient viel Knoblauch essen. Aus Olivenöl und Knoblauch wird zusätzlich ein Brei hergestellt, auf die schmerzenden Stellen geschmiert, mit einem Wolluch umwickelt und über Nacht einwirken gelassen.

Und schon im Talmud steht: "Knoblauch macht das Gesicht strahlend!"
(Quelle: Ingeborg Münzing-Ruef, Kursbuch gesunde Ernährung, Zabert Sandmann Verlag, 1. Auflage 1995, Seite 75,110 f.)

Also wir sehen, wer auf Knoblauch verzichtet, aus welchen Gründen auch immer, schadet sich selbst. Und eines noch: Knoblauch wirkt nur wenn er auch stinkt, also Knoblauchkapseln aus der Apotheke können getrost in den Müll geschmissen werden, nur der frische hilft.

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