Donnerstag, 16. Mai 2013

knuspriger Brotsalat vom Rezeptberater


Brotsalat


Bei uns im EDEKA - Markt gibt es jetzt einen Rezeptberater. Oder was heißt "jetzt", den gibt es eigentlich schon seit geraumer Zeit. Jedesmal, wenn ich daran vorbeilief, war ich versucht, ihn auszuprobieren, tat es aber nicht.

Tja, ein Rezeptberater also. Was ist das eigentlich?

Vielleicht ein freundlicher, gut aussehender Mensch, der lächelnd hinter einem Tresen hervorblickt? Hinter sich steht ein riesiges Regal voller Kochbücher zu allen nur erdenklichen Themen, die er selbstverständlich auch alle gelesen hat. Eine abgeschlossene Berufsausbildung als Koch ist selbstredend. Wünschenswert wäre natürlich auch noch eine gewisse Berufserfahrung in einem Restaurant eines Sternekoches. Mindestens ein Stern, besser zwei.

Und dieser freundliche Geselle nun hat nun nichts anderes zu tun, als hektische Hausfrauen darin zu beraten, was sie ihrer Familie am besten zu Mittag servieren könnten, damit diese sich keinen Kopf mehr machen müssen. Oder aber wenn Gäste geladen sind, so sollten auch hier gute Ratschläge billig sein. Dann, nach ausführlicher Beratung, wohl möglich bei einer kostenlosen Tasse Espresso, bekommt man eine fertige Einkaufsliste in die Hand gedrückt, zusammen mit dem Rezept. Und schon kann es losgehen. Erst der Einkauf und dann die mittägliche oder abendliche Schlemmerei im Kreise der Familie und Gäste.

Schön wäre das, gell?

Doch leider ist der Rezeptberater kein freundlicher, gut ausgebildeter Mensch. Nein. Vielmehr handelt es sich dabei um einen mannsgroßen Kasten mit einem Touchscreen und einem kleinen Schlitz darunter.

Ich sah noch nie jemanden, der mal daran herumgefummelt hätte. Und ich bin oft im EDEKA. Sehr oft sogar. Normalerweise täglich, manchmal sogar zwei oder drei mal am Tag.

"Also" dachte ich mir heute, "jetzt probierst du den Blechkameraden mal aus." Ich betätigte den Touchscreen und schon flimmerten allerlei Möglichkeiten über die Mattscheibe, was wohl am besten kochbar wäre. Ich entschied mich für Salat, tippte auf den dafür vorgesehenen Bereich des Bildschirmes und war bass erstaunt, wie viele Rezepte plötzlich aus den Tiefen dieser Kiste ans Tageslicht quollen. Ich entschied mich für folgenden Vertreter:

Bunter Tomaten - Paprika - Brot - Salat.

Der Zettel vom Rezeptberater
Jetzt hieß es nur noch ausdrucken und schon kam aus dem kleinen Schlitz ein Kassenbon breiter Streifen mit dem Rezept darauf heraus, Einkaufsliste eingeschlossen.

OK, das ist zwar nicht ganz so komfortabel wie unser freundlicher Mensch aber trotzdem eine gute Sache, die ganz nebenbei den Umsatz des EDEKA Marktes steigert. Wie heißt es so schön auf Neudeutsch? Eine "WinWin - Situation" sozusagen.

Allerdings musste ich noch einiges anpassen, sonst wäre aus dem Genuss wohl eher Verdruss geworden, aber alles in allem empfand ich das Rezept als gelungene Idee.


Zutaten für zwei Personen

  • ein Mehrkornbrötchen
  • 4-5 Artischockenherzen aus der Dose
  • 3-4 Knoblauchzehen
  • 1/2 Zitrone
  • eine Hand voll Cocktailtomaten
  • 1/2 Schote gelben Paprika
  • eine kleine rote Zwiebel
  • 1/2 Bund Basilikum
  • eine Kugel Mozzarella (besser Büffelmozzarella)
  • Olivenöl
  • weißer Balsamico
  • Salz
  • weißer Pfeffer
  • Zucker

Vorbereitung

Ofen auf 170 °C Heißluft vorheizen.

Brötchen in ca. 2 cm große Würfel schneiden.

Artischockenherzen vierteln.

Knoblauch schälen, salzen und fein hacken.

Von der Zitrone einige Zesten reißen oder mit dem Sparschäler zwei drei Streifen abschälen und in feine Würfel schneiden.

Zitronensaft auspressen.

Tomaten waschen und vierteln.

Paprika waschen, Kerngehäuse entfernen und sehr grob würfeln.

Zwiebel schälen und in Ringe schneiden, nicht zu fein.

Basilikumblättchen  von den Stängeln zupfen.

Mozzarella grob würfeln.


Artischockenherzen im Brotsalat


Zubereitung

Knoblauch mit zwei bis drei Löffel Olivenöl vermischen.

Die Brotwürfel darin marinieren, salzen und 10 - 15 Minuten im Ofen knusprig backen, ab und zu wenden.

Das Dressing vorbereiten:
Einen Esslöffel Balsamico, Zitronensaft, Zitronenzesten, einen Teelöffel Zucker, Salz und Pfeffer mit dem Schneebesen gut verquirlen, bis sich die Gewürze aufgelöst haben.
4 Esslöffel Olivenöl dazugeben und nochmal kräftig durchmischen, bis eine glatte Emulsion entstanden ist.

Das Gemüse im Dressing marinieren.

Die knusprigen Brotwürfel unterheben, Mozzarellawürfel und Basilikum darauf verteilen, nochmal abschmecken und sofort servieren.


persönliche Beurteilung

Mir hat's geschmeckt. Sogar sehr gut. Die Zitronenzesten spendeten dem Salat eine angenehme Frische, die zusammen mit den Artischockenherzen wunderbar harmonierte. Dazu passten die glücklicherweise aromatischen Cocktailtomaten mit dem knackigen Paprika hervorragend. Doch den Knüller brachten die Brotwürfel mit ins Spiel. Die Liaison zwischen Vollkornbrot, Olivenöl und Knoblauch, alles zusammen knusprig gebacken, war einfach ein Gedicht. 

Vielleicht würde ich beim nächsten mal die Brotwürfel in der Pfanne backen, dann bekämen sie auch noch etwas Farbe.

Alles in allem ein herrlicher Salat, den ich jederzeit zu jedem Anlass empfehlen kann und der noch mit verhältnismäßig geringem Aufwand zuzubereiten ist.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Spargel in Parmaschinken mit Avocado-Parmesan Creme und frischem Meerrettich



Spargel, Parma und Avocado-Parmesan Creme, dazu Kartoffeln mit Meerrettich bestreut 

Vorfreude?

"Vorfreude ist die schönste Freude!", sagt zumindest der Volksmund.

Leider gilt das nicht, wenn man einen größeren Event vorbereiten möchte. Zumindest ging uns das so, als wir kürzlich einen runden Geburtstag mir ca. 50 Gästen arrangierten. Die Vorfreude ging da vollkommen im Organisieren und Managen der Party unter.

Die ganze Hektik ging mir durch den Kopf, als ich auf der Suche nach neuer Inspiration für "Abenteuer Kochen" war und ich auf die Website vom blauen Hummer stieß. Ich muss zugeben, ich schielte mit gewissem Neid auf die Menschen in den großen Städten. Locations für Partys und Events in Hamburg oder Berlin werden dort zum Beispiel angeboten. Das gesamte Fest wird dort ganz professionell aus einer Hand organisiert. Klasse, das gefällt mir gut, denn so kann man sich auf den Abend und seine Gäste auch schon im Vorfeld freuen.

Speziell die unzähligen, raffinierten Menüzusammenstellungen hatte es mir angetan. Inspiration pur sozusagen.
Besonders ins Auge gesprungen ist mir folgender kleiner Menüvorschlag:

"Grüner Spargel, neue Kartoffeln mit Meersalz & Avocado-Cream"

Spargel und Avocado, eine Kombination, die ich unbedingt versuchen musste, allerdings ergänzte ich noch etwas Parmesan zur Creme und in Butter geröstete Brösel zu den Kartoffeln.


Zutaten für zwei Personen

  • 500 g weißen Spargel
  • 500 g grünen Spargel (er sollte genauso dick sein, wie der weiße)
  • Parmaschinken in feinen Scheiben
  • 6 bis 10 kleine Kartoffeln
  • 2 Avocados (sollten sie zu fest sein, noch einige Tage liegen lassen)
  • 2 Esslöffel Parmesan gerieben
  • 2-3 Zehen Knoblauch
  • Meerrettichwurzel
  • einen Esslöffel Zitronensaft
  • Butter
  • Paniermehl
  • Salz
  • Zucker
  • Pfeffer

Vorbereitung

Weißen Spargel ganz schälen, vom grünen ungefähr die untere Hälfte.

Knoblauch schälen und eine Knoblauchpaste daraus herstellen.

Kartoffeln schälen.

Avocados in der Mitte zerteilen, in zwei Hälften klappen und den Kern entfernen.


Zubereitung

Als erstes die Avocado-Creme herstellen.
Mit dem Teelöffel das Fruchtfleisch aus der Schale heben und in einen Mixer füllen. Sofort den Zitronensaft darüber verteilen (damit die Frucht nicht oxidiert und die schöne grüne Farbe beibehält), Parmesan, Knoblauch, Salz und Pfeffer dazugeben und zu einer Creme verarbeiten. Eine Frischhaltefolie darüberlegen und alle Luft darunter herausdrücken, zur Seite stellen.

Spargel mit je einer Prise Salz und Zucker garen, bis er noch bissfest ist.

Kartoffeln kochen.

Etwas Butter in einer Pfanne auslassen und zwei Esslöffel Paniermehl darin bräunen. 

Alles miteinander auf zwei vorgeheizten Tellern anrichten, etwas frischen Meerrettich darüber reiben und servieren.


Fazit

Es schmeckte hervorragend und wir schlemmten von Herzen. Beim nächsten Mal allerdings würde ich noch etwas mehr Parmesan in die Avocadocreme einarbeiten und die Brösel mit mehr Butter anreichern.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Knoblauchpaste herstellen


Knoblauchpaste


Knoblauch polarisiert.

Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben.

Während die Einen ihn lieben, entwickeln die Anderen einen regelrechten Hass auf diese kleine Zwiebel und würden am Liebsten alle zum Mond jagen, die den gesunden Dunst um sich herum verbreiten.

Ich gehöre zur ersten Gruppe und könnte mich reinlegen, in sein liebreizendes Aroma und das Beste daran ist: gesund gesünder am gesündesten!

Was ich allerdings überhaupt nicht mag ist, wenn der Knoblauch bitter oder scharf schmeckt. Deswegen verarbeite ich ihn am liebsten zu einer Paste, bevor er in Soßen, Suppen oder Salate wandert.


Zutaten

  • Knoblauch
  • Salz


Vorbereitung

Knoblauchzehen schälen.


Zubereitung

Die geschälten Zehen fein würfeln.

Knoblauchwürfel kräftig salzen und im Salz wenden.

Alles 5 Minuten ziehen lassen.

Nun mit der flachen Seite eines Messers oder mit dem Rücken eines Löffels den Knoblauch zerdrücken, bis eine Paste entsteht.

Die Paste muss nun nochmal ca. 10 Minuten ziehen, dann kann sie nach Gusto den Speisen beigegeben werden.


Knoblauch, gesalzen und zerdrückt


Fazit

Ich bin ziemlich begeistert davon, denn das Salz nimmt etwas von der unangenehmen Schärfe und verhindert, dass der Knoblauch bitter wird. Außerdem entwickelt unser weißer Freund auf diese Weise eine solche Fülle an Aroma, dass der Liebhaber einfach begeistert sein muss. 

Samstag, 4. Mai 2013

schnelles Schaumsüppchen - gelb, würzig, cremig



Schaumsüppchen aus gelbem Paprika


Ich liebe Suppen.

Ganz egal, wie sie daherkommen: ob gelb, rot oder grün, ob Bouillon oder Consommé, ob Huhn, Rind oder Gemüse - Suppen sind einfach herrlich, erfrischen die Seele und beleben den Geist.

Und ganz besonders reizend finde ich es, wenn sie obendrein einfach zuzubereiten sind, nur wenige Zutaten benötigen, dabei aber trotzdem noch den Stempel "besonders delikat" tragen dürfen.

In diesem Zusammenhang diente es mir zu großer Freude, als ich Johann Lafer ein wenig über die Schulter geschaut habe. Leider nicht persönlich, aber in seinem kleinen Buch "Lafers schlanke Schlemmerküche.

Darin zeigt er eine sehr einfache Möglichkeit, äußerst geschmackvolle Suppen zu zaubern. Interessant ist, dass er stets nach demselben Grundschema vorgeht und nur die Zutaten variiert. Auf diese Weise hat er ruck zuck jede Menge leckere Suppen gekocht, die in allen Farben schillern und wirklich verführerisch anmuten. 

So zum Beispiel auch  dieses gelbe Paprikasüppchen, das ich heute nachkochte. Lediglich Safran wurde von mir gegen Gelbwurz (Kurkuma) ausgetauscht, etwas Knoblauch addiert und ein wenig Butter subtrahiert.   


Zutaten für zwei Personen (nach Lafer 4 Personen)
  • eine große Zwiebel
  • 500 g gelbe Paprikaschoten
  • 3-4 Zehen Knoblauch
  • 750 ml Gemüsefond
  • Olivenöl
  • 2 Teelöffel Zucker
  • Kurkuma
  • ca. 15 - 20 g Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zitronensaft
Deko
  • einige fein geschnittene Chilistreifen
  • bunter Pfeffer aus der Mühle

Vorbereitung

Paprika waschen, Kerngehäuse entfernen und grob würfeln.

Zwiebeln schälen und würfeln.

Knoblauch schälen, salzen und in Würfelchen schneiden.


Zubereitung

Zwiebeln und Paprika in etwas Olivenöl anschwitzen. 

Kurz bevor sie Farbe nehmen, den Zucker dazugeben und leicht karamellisieren lassen.

Mit dem Gemüsefond ablöschen und eine kräftige Prise Kurkuma dazugeben.

Ca. 15 - 20 Minuten leicht köcheln lassen, bei geschlossenem Deckel.

Nach der Garzeit die Butter dazugeben und unter Zuhilfenahme eines Pürierstabes sehr fein pürieren.

Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft kräftig abschmecken.

Nun gilt es, mit dem Pürierstab Luft unter sie Suppe zu heben oder besser gesagt, kräftig aufzuschäumen, damit unsere Potage geschmacklich zur Vollkommenheit gebracht wird.

Die Suppe in Teller oder Schüsseln verteilen und dekorieren, mit buntem Pfeffer aus der Mühle und grün/roten Chilistreifen.


Fazit

Die Suppe besticht durch ihr herrliches Aroma und kommt bequem ganz ohne Sahne aus. Das kleine Stückchen Butter und die Prise Zucker genügen, um dem ansonsten eher schwachen Charakter des Paprikas Kraft und Fülle zu verleihen.

Sonntag, 28. April 2013

Einen Schweinebraten lackieren


lackierter Schweinebraten


Das hört sich komisch an: "Einen Schweinebraten lackieren."

Man stelle sich vor, der Koch steht in der Küche, mit Mundschutz und Lackierpistole. Vor ihm, an einem Haken von der Decke baumelnd hängt ein leckerer Schweinebraten und der Küchenmeister geht kreuzweise im Abstand von 20 cm mit Kompressor und Airbrush über das Fleisch und versieht es mit lecker brauner Farbe.

Sicher sieht alles hernach sehr gut aus und das Auge wird satt, aber Gaumen und Magen?

So fremd dieses Bild auch scheint, es ist gar nicht so weit von der Realität entfernt.

Jeder kennt die mehr als leckeren Bilder aller möglichen Speisen, die Kunden in Discounter und Supermarkt  mit Charme verführen. Werden die Produkt dann tatsächlich gekauft und gekocht, bekommt man lediglich einen kläglichen Abklatsch des Bildes, aufgrund dessen man sich für den Kauf entschieden hat.

Viele denken jetzt, sie können es eben nicht besser.

Doch liebe Freunde, das ist weit gefehlt, denn die sogenannten food-stylisten arbeiten teilweise tatsächlich mit Farbe und Airbrush, um diese leckeren Bilder auf allen möglichen Verpackungen hinzubekommen.
Würden sie die Speisen tatsächlich zubereiten und dann erst fotografieren, kaufte niemand den "Fr...", der sich hinter vielen jener Mogelpackungen verbirgt.

Doch so habe ich es hier nicht gemacht, sondern dieser Schweinebraten ist in der Röhre entstanden und lackieren heißt in diesem Fall, den Braten während des Garens alle 10 Minuten mit einer Marinade bepinseln, bis er glänzend braune Farbe angenommen hat und auch wirklich knusprig und saftig ist.

Zutaten für zwei Personen

  • 500 g Schweinebraten ohne Schwarte
  • Salz
  • Pfeffer
  • eine Zwiebel
  • 1/8 Liter Weißwein
Marinade
  • 4 Esslöffel Sojasoße
  • 2 Esslöffel Worcestersoße
  • 2 Teelöffel Honig

Vorbereitung

Zutaten für die Marinade zu einer homogenen Emulsion verquirlen.

Zwiebel schälen und in Spalten schneiden.


Zubereitung

Ofen auf 175 °C Umluft vorheizen.

Schweinebraten salzen und von allen Seiten knusprig anbraten, am besten in einem Ofenggeeigneten Schmortopf.

Zwiebeln um den Braten herum verteilen, Wein angießen, ab in den Ofen und ca. 1h bis 1 1/2h ohne Deckel garen lassen (Kerntemperatur von ca. 72 °C sollte erreicht sein). Eventuell von Zeit zu Zeit etwas Flüssigkeit angießen.

Während der Braten im Ofen schmort, alle 10 Minuten mit der Marinade einpinseln.

Hat er die erforderliche Temperatur erreicht, Ofen ausstellen, Klappe öffnen und den Braten nochmal 5-10 Minuten ruhen lassen.

Anschneiden und genießen.


Fazit

Die Farbe der Kruste sieht bestechend aus und knuspert. Auch bekommt der Braten auf diese Weise einen herrlichen Glanz und wenn ich noch einen Tipp geben darf: Wer die Wahl hat sollte sich den Anschnitt nehmen ;-).

Donnerstag, 25. April 2013

Salat Gelb Rot oder Couscous und Rote Beete


Rote Beete und Couscous, ein ungleiches Paar


Was tun, wenn sich ein Überbleibsel Rote Beete im Kühlschrank tümmelt?

Bei mir waren es  kürzlich zwei kleinere Stück. Der Rest aus dem Rezept mit dem Rote Beete Püree oder besser gesagt, die andere Hälfte des Päckchens.

Die Sache mit den roten Böllchen ist nämlich gar nicht so einfach, denn eigentlich bin ich kein soooo großer Fan der Roten Beete und von daher sehr wählerisch, was die Zubereitung angeht. Schmeckt das Gericht nämlich zu sehr nach Erde, so geht mir der Genuss ab.

Was also tun mit den zwei Kugelwurzeln im Kühlschrank?

Ich blätterte dann ganz einfach mal weiter, im Buch vom Tim Mälzer. Einige Seiten später stieß ich wieder auf eine spannende Idee, die mich zu diesem Rezept inspirierte.

Tim nennt sein Werk "Rote-Beete-Tabouleh", allerdings ist das hier vorgestellte Rezept eine sehr freie Interpretation meinerseits. Tim verwendet z.B. eine Schmorgurke, die ich gegen einige Scheiben Staudensellerie ausgetauscht habe. Auch sonst ist viel von mir verändert worden, eben eine sehr freie Interpretation.

Das ist das Schöne am Kochen, die "künstlerische Freiheit" erlaubt unendliche Gestaltungsräume oder anders augedrückt: Jedem Köchlein sein eigenes Rezeptlein.


Zutaten für zwei Personen

  • ca. 200 g Rote Beete (vorgegart)
  • 100 g Couscous
  • 250 ml Bouillon
  • eine mittelgroße Zwiebel
  • eine Stange Staudensellerie (gewaschen und wirklich nur eine Stange)
  • eine Zitrone
  • eine größere Frühlingszwiebel
  • 1/2 Bund Petersilie
  • eine Schote frischen Chili
  • Olivenöl
  • Ahornsirup oder Honig
  • Salz
  • Pfeffer
  • Crema de Balsamico
  • frischer Meerrettich

Vorbereitung

Rote Beete zunächst in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden und hernach die Scheiben achteln, sodass kleine Dreiecke entstehen.

Zwiebel schälen und in halbe Ringe schneiden, nicht zu fein.

Zitrone auspressen und durch ein Sieb gießen.

Vom Staudensellerie das Blattgrün entfernen, die Fäden ziehen und schräg in 
2-3 mm dicke Scheiben schneiden.

Frühlingszwiebel putzen und in Röllchen schneiden.

Petersilie waschen, von den Stängeln zupfen und fein wiegen.

Chili in feine Ringe schneiden.

Etwas Meerrettich fein raspeln


Zubereitung

Einen Topf nehmen und darin die Zwiebeln in etwas Olivenöl anschwitzen.

Mit dem Bouillon ablöschen.

Staudensellerie dazugeben und ca. 5 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln.

Rote Beete dazugeben, kurz aufkochen lassen und den Topf vom Herd ziehen. Einige Minuten gehen lassen, bis der Sud etwas Farbe von der Roten Beete genommen hat.

Das Gemüse mit einem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen und beiseite stellen.

Couscous in eine Schüssel füllen.

Den Sud nochmal kurz aufwallen lassen, die Hälfte des Zitronensaftes dazugeben und in die Schüssel mit dem Couscous füllen. Gut vermengen und 20 Minuten quellen lassen, dabei immer mal wieder umrühren.

Den restlichen Zitronensaft über das abgetropfte Gemüse träufeln und ebenfalls 20 Minuten ziehen lassen.

Nach den 20 Minuten das abgetropfte Gemüse, Frühlingszwiebeln, Petersilie und Chili mit dem Couscous vermengen. Unter Umständen etwas vom Chili vorher abnehmen, zwecks der Deko.

Alles mit ca. einem Esslöffelöl Ahornsirup oder Honig, Salz, Pfeffer und Olivenöl abschmecken.

Auf einem Teller anrichten, mit Chili und Crema de Balsamico dekorieren und den frisch geriebenen Meerrettich darüberstreuen.


Persönliche Beurteilung

Mir hat das Rezept recht gut geschmeckt. Vor allem der Ahornsirup in Verbindung mit dem Zitronensaft hat etwas Besonderes ins Essen gebracht. 

Beim nächsten Mal allerdings werde ich viel mehr Meerrettich darüberstreuen und mindestens zwei Schoten Chili verarbeiten. Damit mal so ein richtiger Wumms ins Essen kommt.

Inspiriert aus
Greenbox von Tim Mälzer, Seite 50, Wilhelm Goldmann Verlag,
ISBN: 978-3-442-39243-8

Samstag, 20. April 2013

Kabeljau mit Porreehaube, auf Meerrettich - Lauchschaum


Kabeljaufilet

Brotkrumen mit Butter knusprig gebraten, das schmeckt prima. Dabei lässt sich diese Liaison auf zweierlei Weise zubereiten. Zum einen klassisch in der Pfanne und zum anderen in Form einer Paste. Diese wird als Mantel oder Haube über Fisch oder Fleisch verteilt und anschließend knusprig gratiniert. Verblüffend einfach gemacht und immer ein Geschmacksjoker, allerdings nicht unbedingt der Diätküche zuzuordnen.

Was mich persönlich am vorliegenden Rezept reizte, ist die Verbindung von Paniermehlbutter mit Lauch und natürlich der Püreeschaum, auf dem alles serviert wird. Gemüsepürees sind nämlich ebenfalls immer ein Joker, da der Geschmack des Gemüses im Mus eine vollkommene Liaison mit den Gewürzen eingeht. Auf diese Weise kann jedem Gemüse richtig "Speed" mit auf den Weg gegeben werden.

Hier haben wir es also mit einem Doppeljoker zu tun, von unten püriert und von oben geknuspert, ein Jokersandwich sozusagen. Das muss ja was werden.


Zutaten für zwei Personen

  • zwei Kabeljaufilets an 200 g
  • 250 g Porree
  • einen starken Esslöffel weiche Butter
  • 4-5 Esslöffel Paniermehl
  • 2 Esslöffel Schmand
  • 1 Esslöffel Zitronensaft
  • 5 Esslöffel Weißwein trocken
  • Meerettich, am besten frisch und sehr fein geraspelt
  • Salz
  • Pfeffer

Vorbereitung

Ofen auf 250 °C Oberhitze vorheizen.

Porree waschen und der Länge nach vierteln, anschließend in kleine Stückchen schneiden und in 200 ml Salzwasser ca. eine Minute blanchieren. Anschließend durch ein Sieb gießen und abschrecken. Den Sud auffangen und beiseite stellen.


Zubereitung

Zum Fisch:
Butter mit reichlich Salz und Pfeffer abschmecken und gut verquirlen.

Das Paniermehl, den Zitronensaft und 4 Esslöffel vom abgetropften Porree dazugeben, und zu einer festen Paste verkneten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Filets trocken tupfen, salzen, pfeffern und mit der Paste bestreichen. Anschließend in eine Auflaufform legen, 5 Esslöffel Wasser und den Wein um den Fisch verteilen und je nach Dicke 10 - 15 Minuten gratinieren.

Nun zum Püree:
Den verbleibenden Porree im Sud ca. 5 Minuten köcheln lassen. Den Schmand dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und schaumig pürieren. Nun den Meerrettich unterheben. Leider bekam ich keinen frischen, so musste ich auf ein Tubenprodukt ausweichen.

Etwas von dem Schaum auf zwei Tellern verteilen und die Filets darauf anrichten. Nach Belieben dekorieren und servieren.


persönliche Beurteilung

Der Doppeljoker hat funktioniert. Die Haube aus Paniermehl knusperte würzig zwischen den Zähnen, während das Schaumpüree von unten belebende Frische spendete. Dazwischen ruhte weiß und fein der Fisch, das ganze harmonisch miteinander verbindend. Zu schade, dass mir kein frischer Meerettich vergönnt war, denn das hätte einen Quantensprung an Geschmackserleben bedeutet. 

Nur vom Lauch zwischen dem Paniermehl war nichts, bzw. nur sehr wenig zu schmecken. Den hätte ich auch weglassen können. Vielleicht wäre etwas Parmesan statt Lauch eine würzigere Alternative? Das werde ich beim nächsten Mal unbedingt ausprobieren müssen. "Kabeljau Milanese" könnte man das Gericht dann passend benennen.

inspiriert aus

"Badische Küche", herausgegeben von Peter Ploog, Seite 97, Komet Verlag.
ISBN: 3-89836-423-2
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...