Dienstag, 21. Oktober 2014

Jerky oder Dörrfleisch - ganz einfach zu machen und immer lecker

Jerky gewürzt mit grobem Pfeffer

Beef Jerky ist richtig lecker.

Hier in den USA gibt es diese Delikatesse schon lange, in Deutschland findet man sie immer öfter in den Regalen von Supermärkten und Tankstellen. Leider unglaublich teuer.

Dabei ist es ganz einfach, Jerky selbst herzustellen. Am besten hat man einen Dörrautomaten, der für wenig Geld bei Amazon gekauft werden kann. Aber es geht auch im Ofen.

Das Fleisch muss nicht von erster Qualität sein, Rinderrouladen aus dem ALDI oder einfach nur ein mageres Stück Rinderbraten reichen vollkommen aus. Der geschickte Einkäufer schlägt am besten genau dann zu, wenn beim Metzger gerade mal ein schönes Stückchen Fleisch in der Wochenaktion günstig feil geboten wird. Wichtig ist, es darf kein Fett haben, denn Fett trocknet nicht und wird bei längerer Aufbewahrung ranzig.

Nun nur noch etwas Sojasoße, Worcestersoße, Zucker und wenn zur Hand ein paar Tropfen "liquid smoke". Hier findet sich der Flüssigrauch in jedem Supermarkt, in Deutschland fiel er mir noch nie auf, ich suchte allerdings auch noch nicht danach.

Und dann kann es auch schon losgehen.


Zutaten
  • 1 kg Rinderfleisch, mager
  • 250 ml Sojasoße
  • 250 ml Worcestersoße
  • 250 g brauner Zucker
  • 2-3 Teelöffel "liquid smoke" wenn vorhanden

Vorbereitung

Rindfleisch in sehr dünne Scheiben schneiden, ca. 1-2 mm dick. Angefroren lässt es sich besser zerkleinern. Dabei sollte vorher unbedingt alles Fett entfernt werden.

Grundsätzlich kann das Fleisch gegen die Faser oder mit der Faser geschnitten werden, das ist Geschmackssache. Schneidet man es gegen die Faser, wird das Jerky weich, mit der Faser eher bissfest. Ich persönlich hab es lieber bissfest.

Zubereitung

Die Zutaten für die Marinade gut vermengen. Zusätzliches Salz ist nicht nötig, die Sojasoße ist reichlich bestückt damit.

Nun das Fleisch in eine Kunststoffschüssel legen (nicht Metall) und die Marinade darüber schütten. Alles gut vermengen und mit Frischhaltefolie luftdicht abdecken. Über Nacht im Kühlschrank marinieren.

Am nächsten Morgen das Fleisch zwischen mehreren Küchentüchern trocken tupfen. Wer mag kann jetzt noch verschiedene Gewürze zufügen, wie zum Beispiel Chiliflocken, grob gemahlenen Pfeffer oder Knoblauchpulver.

Nun alles in den Dörrautomaten schichten. Die Fleischstücke dürfen sich ruhig berühren, aber keinesfalls überlappen.

Jerky stark gewürzt im Dörrautomaten ausgelegt
Den Dörrautomaten einschalten und 6-8 Stunden trocknen lassen, je nach Geschmack. 

Wer seinen Jerky im Ofen trocknet, schichtet das Fleisch am besten einfach auf einen Rost, schiebt diesen auf mittlere Schine und stellt den Herd auf niedrigste Temperatur (ca. 50°C). Die Klappe sollte nicht ganz geschlossen sein, damit die Feuchtigkeit gut abziehen kann. Ein Kochlöffelstil zwischen Klappe und Herd geklemmt stellt sicher, dass genügend Luft zirkulieren kann. Auch hier wird das Fleisch 6-8 Stunden getrocknet, je nach Geschmack.

Der Jerky ist fertig, wenn er faserig trocken ist uns sich gerade noch biegen lässt, ohne zu zerbrechen.

fertiger Jerky, verschieden gewürzt


Fazit

Sehr sehr lecker. Es ist absolut nicht nötig, solche Unsummen für Jerky auszugeben, der selber gemachte steht dem gekauften in nichts nach und kann über verschiedene Gewürze dem persönlichen Geschmack bestens angepasst werden.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

"Cook-Off", ein amerikanischer Kochwettbewerb



Spannend war's. Cool war's. Klasse war's - der letzte cook-off auf North Padre Island.

Ich muss zugeben, bisher hatte ich mich noch gar nicht mit dem Thema cook-off befasst, bis wir auf unserem letzten Trip mehr oder weniger zufällig auf einen solchen Event stießen.

Wir wollten eigentlich nur etwas trinken, als plötzlich am Fahrbahnrand allerlei bunte Wimpelchen und Fähnchen auftauchten. Fahrzeuge standen geparkt in sauberer Reihe, und einige "Buden" waren aufgestellt.

"Komm, hier gibt es etwas zu trinken!", meinte meine Frau, ich bog ab und parkte ebenfalls beim vermeintlichen Volksfest.

Wir stiegen aus und waren schon mitten im Geschehen. Vor einem wolkenlosen Himmel spielte eine texanische Bluesband und es duftete verführerisch nach allerlei Gegrilltem. Schnell merke ich, dass es sich keinesfalls um ein einfaches Volksfest handeln konnte und tatsächlich stellte sich heraus, dass wir gelandet waren, beim:

South Texas Music Fest
Chili & BBQ
Cook-Off


Klasse dachte ich mir, das wollte ich schon immer mal erleben, ein waschechter amerikanischer Kochwettbewerb oder besser gesagt Grillwettbewerb.

Kurze Erklärung: Bei einem solchen cook-off können sich verschiedene Parteien anmelden, um unterschiedlich vogegebene Gerichte zu kochen. Eine Jury entscheidet dann, welche Gruppe gewinnt.

Bei unserem Wettbewerb ging es um vier Speisen: Chili, Chicken, Rips und natürlich die Könisdisziplin, das Brisket.

Bereits um 04:00 Uhr morgens begannen die Parteien damit, den Grill anzuwerfen, um bis um 15:00 das Brisket als letztes Gericht bewerten zu lassen. Als Preis gab es lediglich Urkunden, trotzdem waren alle Mit Eifer und Engagement dabei.

Und klasse war's dort. Es rauchte, brutzelte und duftete überall, die Menschen standen ausgelassen in kleinen Grüppchen bei einander; quatschten, lachten, vergnügten sich. Man kam leicht ins Gespräch und der Blues löste in Zusammenarbeit mit gutem texanischem Bier jeden eventuell verbliebenen Alltagsfrust im Nu.

Doch das Beste: Nachdem die Jury durch war durften alle an den Leckereien teil haben. Da wurde gekostet, probiert und geschmeckt was das Zeug hielt. Natürlich machten auch wir kräftig Gebrauch davon und noch jetzt läuft mir das Wasser im Munde zusammen, wenn ich darüber nachsinne.

Hier ein paar Eindrücke, leider nur mit dem Handy fotografiert.










 Ein toller Tag war das dort, auf North Padre Island.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Babypaprika nach einem alten baskischen Rezept

Babyparika in Salz und Olivenöl geröstet

Gerade kehren wir von einer inspirierenden Reise aus Texas heim. Wir vergnügten uns zwei Wochen auf "North Padre Island", einer kleineren Insel im Golf von Mexico. Dort stolperten wir zufällig über ein "American Cook Off", für mich als food-blogger natürlich ein spannendes Event "par excellence". Doch mehr dazu im nächsten Artikel.

Für heute kündigte ich bereits an, über ein altes Rezept aus dem Baskenland zu schreiben. Es geht um Paprikaschoten, in Salz geröstet und in Zitrone gar gezogen. Himmlisch.

Vorzugsweise bieten sich kleine Babypaprika an, aber auch mit ungarischen roten oder gelben Schoten lässt sich auf diese Weise ein vortrefflicher Schmaus zaubern. Ich probierte es bereits zwei Mal aus, jedes mal mit Gästen - ausnahmslose Begeisterung mein Lohn. Aaaaahhhs und Oooohhhhs wehten nur so über die Tafel wie fröhliche Spätsommerwinde über golden reife Weizenfelder vor einer rot untergehenden Sonne. Jawohl. Solche Töne dürfen mehr in des Koches Ohr klingen. Und das beste daran: Es lässt sich ganz einfach zubereiten.

Zutaten für zwei Personen
  • Paprikaschoten, so klein und bunt wie möglich
  • grobes Meersalz
  • Olivenöl
  • zwei Zitronen

Vorbereitung

Paprika waschen und ganz lassen, sie werden mit Stielansatz und Kernen verarbeitet.

Zitronen auspressen.

Zubereitung

Wichtig ist ein stabiler Topf, der richtig Hitze verträgt. Ich nahm einen gusseisernen.

Den Boden mit einer dünnen Schicht Salz ausstreuen und kräftig hitzebeständiges Olivenöl dazugeben. Es darf gerne 2-3 mm hoch stehen. Anschließend auf den angeschalteten Herd oder über glühende Holzkohle stellen und warten, bis die ganze Angelegenheit richtig heiß ist.

Nun die Paprika darin scharf anbraten, sie dürfen auch gerne schwarz werden. Dabei darauf achten, dass immer nur eine Schicht im Topf liegt und die Schoten nicht übereinander gestapelt werden. Ist die eine Seite fertig mit einer Küchenzange umdrehen und auf der anderen Seite ebenfalls dunkel anbraten. Sind sie von zwei Seiten braun, aus dem Topf nehmen und in einer Schüssel zwischenlagern.

Diese Prozedur so lange wiederholen, bis sämtliche Paprika angebraten sind. Anschließend alle wieder in den heißen Topf schütten, den Zitronensaft dazu geben, kurz durchrühren und mit dem Deckel verschließen. Hitze ausstellen und mit der Restwärme gar ziehen lassen, bis sie weich sind.

In Salz gebratene Paprika, Beilage zu  "5- Stunden Ribs"


Fazit

So einfach dieses Rezept ist, so umwerfend schmeckt's. Der Paprika bekommt durch die Röstaromen richtig Wumms, Salz und Olivenöl geben dem Gemüse Fülle und Kraft und die Konsistenz: geschmeidig!

Wirklich unglaublich gut. Wer's noch nicht kennt muss es unbedingt einmal ausprobieren.

Donnerstag, 25. September 2014

Pork Ribs St. Louis Style - gaaaanz langsam gerillt


"pork ribs" St. Louis Style 


"slow & low" - so lautet die Parole.

Na ja, vielleicht nicht für alle. Denn nicht jeder hat immer Zeit und Muße, sich den ganzen Nachmittag an den Grill zu stellen um Temperatur zu regeln, Hikkory Chips auf die Glut zu streuen und den Braten halbstündlich zu bepinseln.

Aber wenn es so weit ist, die Jungs vorbeischauen und man gemeinsam mit ein paar Bieren den Nachmittag vor dem Grill verbringt, um ein ordentliches Stück Fleisch saftig und zart zu smoken, dann ist das ein ganz großes Stück Lebensqualität.

Bei mir waren es "Spare Ribs St. Louis Style". Fünf  Stunden lagen sie auf dem Grill, bei ca. 110°C. Dazu immer wieder ein paar Späne Hikkory-Holz-Chips um den Kameraden ordentlich einzuräuchern - das machte Laune.

Vorbereitung

Der Grill:
Auf den Ascherost wird eine Aluschale gelegt, die groß genug ist, um den austretenden Fleischsaft aufzufangen. Etwas kochendes Wasser hineingeben, sodass die Schale ca. 1 cm hoch gefüllt ist. Genau darüber wird das Fleisch auf dem Grillrost platziert.

Ans Fleisch darf keine direkte Hitze kommen, also wird neben die Aluschale eine Schlange Holzkohle aufgeschichtet, um sie später am einen Ende zu entzünden. Anschließend kann sich die Glut langsam durch die Holzkohleschlange brennen. So bleibt Temperatur im Smoker niedrig und die Brennzeit dauert lange genug an.

So habe ich den Grill vorbereitet für eine "slow & low" szession 


Wer keinen geeigneten Grill hat, kann die Rippchen natürlich auch im Ofen zubereiten, das smoken fällt dann allerdings weg.

Das Räucherholz:
Ich habe grobe Hikkory-Holz-Späne verwendet, in Deutschland wird man vielleicht anderes Holz nehmen. Die Späne zuvor ca. 1/2 Stunde in Wasser einweichen.

Das Fleisch:
Die Membran auf der Rückseite abziehen, falls das der Metzger noch nicht getan hat. Fett und Knorpel am unteren Ende der Rippenbögen abschneiden oder besser gesagt absäbeln. Eine etwas umständliche Arbeit die ich mir ersparen wollte. Leider.

Sollte noch ein Fleischlappen auf der Innenseite der Rippenbögen vorhanden sein, so muss auch dieser abgeschnitten werden, sodass endlich die reinen Rippchen vor uns liegen.

Zutaten für zwei Personen
  • Eine Saite Rippchen
  • Senf
  • Rub
  • Marinade zum Bepinseln
der rub:
  • 2 El "Trockenmarinade Grundrezept" (siehe ganz rechte Spalte unter Basisrezepte)
  • 1 El Knoblauchpulver
  • 1 El granulierte Zwiebeln
  • 1 El Ingwerpulver
  • 1 El Koreanderpulver
  • 1 El Majoran

    Keine Angst, die Gewürze verbrennen nicht, da wir ja schließlich slow&low grillen!
die flüssige Marinade
  • 2 El "Trockenmarinade Grundrezept" (siehe ganz rechte Spalte unter Basisrezepte) 
  • 1 Kaffeetasse Apfelsaft
  • 1/2 Kaffeetasse Apfelessig
  • 3 EL Salatöl
  • 1 Zwiebel gewürfelt
  • 2 El Honig


Zubereitung

Den Grillkohlen an einem Ende anzünden, am besten einfach ein paar vorgeglühte Kohlen darauf legen und Temperatur nehmen lassen. Die Ventilationen sollten so eingestellt werden, dass im Innenraum ca. 100 - 110 °C herrschen. Bei mir: Den unteren Luftschlitz ganz auf und den oberen nur auf Bleistiftbreite öffnen, bzw. ganz schließen.

Die Rippchen mit Senf bestreichen. Nicht wegen des Geschmacks sondern damit der rub daran kleben bleibt. Mit dem rub kräftig bestreuen, so viel wie hängen bleibt und auf dem zwischenzeitlich temperierten Grill über der Tropfschale platzieren. Fleischseite nach oben. Die ribs müssen  n i c h t  gewendet werden.

Die flüssige Marinade in einem feuerfesten Schälchen neben die Rippchen auf den Grill stellen, damit sie Temperatur bekommt, sie darf später auch leicht köcheln. Das Fleisch sollte nämlich niemals mit kalter Flüssigkeit besprüht oder bepinselt werden, da sonst der Garprozess unterbrochen würde, was sich negativ auf's Ergebnis auswirken kann.

Auf die Kohle ein bis zwei Hände nasse Räucherholzchips verteilen und den Deckel schließen.

Jetzt geht's los


Und nun heißt es kontrollieren und warten.

Eine Stunde lang den Deckel nicht öffnen, danach werden die Rippchen halbstündig mit der flüssigen Marinade bepinselt.

Während des gesamten Garprozesses sollten die 100 - 110 °C ungefähr eingehalten werden, dazu muss die Temperatur regelmäßig kontrolliert und wenn nötig über die Ventilationsöffnungen reguliert werden. Je nach Geschmack immer wieder etwas nasse Räucherspäne auf die Glut werfen.

Nach fünf Stunden sind die Kameraden fertig und können verzehrt werden. Goldbraun müssen sie aussehen, saftig sein und würzig schmecken mit einem leichte Raucharoma.

Wer sie besonders zart möchte, kann die ribs während der letzten Stunde in Alufolie einwickeln. Dann fallen sie wirklich vom Knochen. Ich persönlich mag es allerdings ganz gerne, noch etwas zu beißen zwischen den Zähnen zu haben.

Fazit

Einfach lecker. Die ribs waren zart, würzig, saftig und hatten genau das richtige rauchige Aroma vom Hikkory. Nichts desto trotz können sie verbessert werden.

Ooooh man, schaut euch das an!


Zum Einen habe ich zu spät bemerkt, dass die Temperatur über den ribs und die Temperatur an meiner Außenanzeige stark voneinander abwichen. Der Thermometer zeigte immer schön etwas über 110°C an, während eine Innenraummessung über den ribs ledigleich 90°C ergab. Leider blieben nunmehr nur noch 1 1/2 Stunden Garzeit übrig um mit passender Temperatur zu grillen. Wahrscheinlich wären sie noch etwas besser geworden.

Zum Anderen war ich zu faul, die Knorpel am unteren Ende der Rippchen zu entfernen, was das Handling beim Essen etwa beeinträchtigte.

So lernt man immer wieder dazu, trotzdem waren alle begeistert.

Als Beilage gab es geröstete Brötchen und - babybell Paprika, im Eisentopf geschmort. Nach einem alten Rezept aus dem Baskenland. Himmlisch. Doch dazu mehr im nächsten Post.

Dienstag, 23. September 2014

Der neue Grill


Mein neuer Grill

"Wenn du nach Amerika zieht, brauchst du nur zwei Sachen: Einen Pool und einen Grill!" Das sagte ein amerikanischer Bekannter zu mir, mit dem ich kürzlich zu tun hatte.

Also machte ich mich auf den Weg, einen geeigneten Grill zu finden. Ich durchwühlte alle möglichen und unmöglichen Läden. Beim Walmart fing ich an, über den Keymart, Home Depot, Lowes Home Improvement; ich stöberte hier und suchte dort. Immer und immer wieder, Tag für Tag.

Selbst den Gebrauchtwarenmarkt suchte ich ab. Ich hob Deckel, las Verbraucherberichte, wackelte an Stelzen, prüfte Luftzirkulationen, sprach mit Leuten, schaute, dachte, grübelte, studierte.

Kurzum: Ich machte es mir nicht leicht, doch endlich ist es soweit, ich entschied mich gegen einen Weber und für einen Chargriller.

"Warum keinen Weber?", mag sich nun manch einer Fragen. Ganz einfach aus zwei Gründen: Zum einen stimmt es zwar, der Weber ist einfach der beste Grill, bietet die beste Verarbeitung bei bester Qualität aber leider auch zum höchsten Preis. Und zwar nicht nur etwas teuer als die Produkte der Mitbewerber sondern gleich richtig viel teurer. Und ich bezweifle, dass der Qualitätsunterschied einen solch massiven Preisunterschied rechtfertigt.

Doch war das nicht der Hauptgrund.

Ich wollte mir nämlich zwei Möglichkeiten offen halten - Gas und Holzkohle, ohne gleich zwei von diesen monströsen Eisenapparaten auf unserer Veranda herumstehen zu haben.

Und da gab es nur ein Modell, den Chargriller Duo 5050, der nach drei Stunden Arbeit endlich zusammengebaut zur Verfügung steht.

Noch in Einzelteilen

Juhuuu, jetzt wird nach Herzenslust gegrillt, gebrutzelt und gesmokt.

Als erstes werde ich mich an "Pork Ribs St. Louis Style" wagen, slow & low über 5 Stunden gegrillt und gesmokt. Wenn ich nur daran denke, läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen.

Doch mehr dazu im nächsten Artikel

Also Freunde, schaut bald wieder mal rein, bei "abenteuerkochen.com"

Freitag, 19. September 2014

Trockenmarinade oder "dry rub" mit persönlicher Note - Teil 4


"dry-rub" Grundform


Mit den bisherigen Zutaten lässt sich bereits ein leckerer rub herstellen, sozusagen eine Basisversion, die wahrscheinlich jedem schmeckt. Quasi der Pflanzenstengel mit verschiedenen Blättern daran.

Jetzt gilt es, die Pflanze zum Blühen zu bringen. Je reicher und bunter die Blüten desto kreativer die Kochkunst und vielseitiger der Geschmack - bedeutet: Jetzt bekommt unser rub die persönlichen Noten.

Schritt 4: die Signatur

Stöbert man im Internet nach Rezepten für Trockenmarinaden, so findet man unzählige "beste rubs". Das beste rub für spare-ribs, für steaks, für pulled pork, für briskets und so weiter. Jeder schwört auf sein Rezept und legt dem geneigten Leser natürlich nahe, gleich eine große Menge des himmlischen Genussmittels herzustellen. Arbeit spare man sich damit, was natürlich auch stimmt.

Einziger Haken ist, dass alles nach demselben Gewürz schmeckt, egal was man macht. Oder aber der Schrank ist voll mit unterschiedlichen Marinaden, die sich dann aber trotzdem irgendwann wiederholen.

Ich bin der Meinung, dass es vollkommen ausreicht, die bisherige Grundmarinade in größerer Menge herzustellen. Vorteil: Es gibt nur einen Gewürzbehälter im Schrank.

Rezeptvorschlag für eine Grundmarinade
  • 2 Esslöffel grobes Meersalz
  • 2 Esslöffel braunen Rohrzucker
  • 1/2 Esslöffel frisch und grob gemahlenen schwarzen Pfeffer
  • 1/2 Esslöffel Cayenne Pfeffer
  • 4 Esslöffel Paprika edelsüß
  • 1 Esslöffel Kreuzkümmel (gemahlen)

Zubereitung

Alle Gewürze gründlich vermischen und in einem gut verschließbaren Gefäß dunkel und trocken lagern. Es eignen sich zum Beispiel Einmachgläser oder auch Ziplock-Plastikbeutel.

Wenn es dann tatsächlich ans "rubben" geht, kann der Koch einen Teil der Grundmarinade entnehmen und entscheiden, welche Richtung er für den bevorstehenden Event einschlagen möchte. Das hängt zum Einen vom Gericht ab, zum Anderen von den Gästen; meist ist der Besuch mit seinen Vorlieben und Abneigungen bekannt. Und die persönliche Stimmung ist ebenfalls von Bedeutung. Wichtig ist, dass die "persönliche Signatur" vorsichtig eingeschmeckt wird um die Dominanz eines bestimmten Gewürzes zu vermeiden.  


An Zutaten stehen folgende Gewürze zur Wahl:

  • Knoblauchgranulat 
  • Zwiebelgranulat
  • Senfpulver
  • Ingwerpulver
  • alle gekerbelten Kräuter, Majoran vorne an
  • Koreandersaat (sollte frisch zerstoßen werden)
  • eventuell Zimt, für ganz besondere Anlässe

Der Phantasie sind allerdings keine Grenzen gesetzt, bei bestimmten "low & slow" Grillvarianten kann sich auch Vanille recht gut in's Konzept einfügen.

OK Freunde, das war's soweit zum Thema "dry rub", viel Spaß beim experimentieren und rubben.


Dienstag, 16. September 2014

Trockenmarinade oder "dry rub" mit persönlicher Note - Teil 3


Paprikapulver


Zwischenzeitlich habe wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen herzhaft, süß und scharf hergestellt. Natürlich ganz nach unserem Geschmack und Empfinden. Diese Bausteine sind Grundbausteine und ein absolutes Muss in allen dry-rubs.

Nun gilt es, diese Zutaten abzurunden und eine Verbindung zu schaffen, zu den "Gewürzen der persönlichen Note!"

Schritt 3: Die Verbindung

Dazu eignen sich zwei Gewürze ganz besonders. Sie sind nicht zu dominant, brauchen also nicht so vorsichtig eingeschmeckt zu werden, wie die scharfen Zutaten.

Dabei handelt es sich um Paprikapulver edelsüß und Kreuzkümmel, auch unter dem Begriff Cumin bekannt.

Kreuzkümmel kann entweder gemahlen oder ganz verwendet werden, je nachdem welche Richtung dem Gericht verleihen werden soll. Feines Pulver lässt sich natürlich wesentlich gleichmäßiger verteilen, die Speise erhält dabei ein einheitliches Grundaroma. Ganze Samen hingegen gleichen eher kleinen Knallerbsen, die ihren Geschmack erst beim Draufbeißen explosionsartig frei geben, dann natürlich richtig intensiv.

Kreuzkümmel passt meines Erachtens eher zu den hellen Fleischsorten, wie Schwein, Geflügel und Fisch. 


Paprikapulver edelsüß ist das Blut der Speise. Rot in seiner Farbe und herzhaft kräftig im Geschmack darf diese feine Gewürz meines Erachtens ruhig kräftig zugeteilt werden. Es schenkt dem Essen Lebensfreude und hat fast schon etwas mystisches.

Paprika ist wie ein lauer Sommerabend in einem heißen Land, wenn sich die sengende Mittagshitze verzogen hat und die Menschen aus ihrer Lethargie erwachen, um durch Gassen und über Plätze zu flanieren, in Straßenkneipen an wackeligen Tischen Tapas zu naschen oder schweren Wein zu trinken, während die Klänge der Mariachi die ganze Szene in einen Mantel aus Zauber und Magie kleiden.

Paprika passt nach meinem Dafürhalten sehr gut zu den dunklen Fleischsorten, wie Rind, Lamm oder Ziege, lässt sich aber auch hervorragen mit Schweinefleisch kombinieren.
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