Dienstag, 16. Dezember 2014

Gyros und eine Urlaubserinnerung


Gyros

Jedesmal, wenn ich zwischen Alamogordo und El Paso unterwegs bin und meinen Blick durch die karge Steppe der scheinbar endlosen Prärie schweifen lasse, erinnert mich das an meinen letzten Urlaub in Griechenland.

Wie waren mit einem gemieteten Wohnmobil unterwegs und durchstreiften dieses herrliche Land der Hellenen.

Einige Zeit verbrachten wir auch mit Freunden, die dort schon seit längerer Zeit lebten. Sie zeigten uns Orte, an denen sich Touristen üblicherweise nicht aufhielten. Buchten, mit weißen Sandstränden und glasklarem Wasser - wir waren fast alleine dort. Abenteuerliche Wege durch Berge mit herrlichen Aussichten über das spärlich bewachsene Land und Tavernen mit griechischem Essen, wie man es als deutscher Tourist nur selten bekommt.

Und die Menschen dort? Freundlich sind sie. Gemütlichkeit und Wärme strahlen sie aus, mit ihrer lebensbejahenden Art. Überall wird man herzlich empfangen. Zeit haben sie. Scheinbar unendlich viel Zeit. Gemütlichkeit und Lebensfreude prägt den oft sehr harten Alltag.

Über allem stand ununterbrochen die Sonne. Tag für Tag schien sie ungetrübt vom ständig  blauem Himmel und flutete unsere deutschen Seelen mit Licht. Machte uns innerlich hell und vertrieb Erinnerungen an düstere und wolkenverhangene Regentage im oft so tristen Deutschland.

Herrlich war's dort.

Und als ich kürzlich wieder über diesem Urlaub ventilierte, während mein Wagen über die einsamen, schnurgeraden und unendlichen Pisten New Mexicos rollte, überkam mich plötzlich ungeheurer Appetit auf griechisches Essen.

Also beschloss ich heute Gyros zu machen. Dabei lehnte ich mich im wesentlichen an ein Rezept aus dem "Digitalen Kochbuch von Bravofly", passte es allerdings ein wenig meinem Geschmack an.

Gyros Gewürzmischung

Zutaten für zwei Personen
  • zwei Fladenbrote
  • 300 g Schweinefleisch
  • 1 Zwiebel
  • 1 rote Paprikaschote
  • Öl
  • Salz
  • 4-5 Zehen Knoblauch
  • Gyros Gewürz
für die Soße
  • 1 El. griechischen Joghurt
  • 1 EL Sauerrahm
  • Milch
  • je einen 1 TL Thymian, Majoran, Oregano
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Salz

Vorbereitung

Wer kein fertiges Gyros Gewürz verwenden möchte, kann es wie ich ganz einfach selber machen. Beim  Grillsportverein und bei Kochbar ließ ich mich inspirieren und vermengte folgende Zutaten: 

1 Tl. Kreuzkümmel, 1 Tl. Paprika edelsüß, 1 Tl. Koreander gemahlen, 1/2 Tl. getrockneten Rosmarin, je 1 Tl. Thymian, Oregano, Majoran, 1/2 Tl. Zimt.

Schweinefleisch in feine Streifen schneiden.

Zwiebel schälen und in Ringe schneiden.

Paprika waschen, Kerngehäuse entfernen und in feine Streifen schneiden.

Aus allem Knoblauch eine Knoblauchpaste herstellen.


Zubereitung

Die Soße
Joghurt, Sauerrahm und Milch zu einer cremigen Soße vermengen. Ich hatte den sehr dicken, griechischen Joghurt zur Verfügung, deswegen musste ich etwas mehr Milch nehmen. Wer deutschen Joghurt hat, braucht entsprechend weniger. 1/3 der Knoblauchpaste und die anderen Gewürze untermischen und 2-3 Stunden ziehen lassen.

Gyrossoße

Das Gyros
Fleisch, Zwiebeln, Gyros Gewürz, Paprika, 2/3 der Knoblauchpaste, und 3-4 Esslöffel Öl in eine Schüssel geben, gut vermengen und 2-3 Stunden marinieren. Achtung: Noch kein Salz hinzufügen, sonst wird das Fleisch trocken.

Anschließend in einer Pfanne nicht zu heiß braten, am besten auf 2-3 Portionen aufteilen. Erst jetzt salzen.

Zwei Fladenbrote erwärmen (Mikrowelle) und das Heiße Gyros darauf verteilen.

Mit der Soße überziehen und zuklappen.

Wer zur Hand hat, kann noch etwas Grün zur Dekoration anbringen.


Fazit

Lecker war's. Und es kam schon ziemlich nahe an griechisches Gyros ran. Vor allem die Gewürzmischung brachte ein Stück Griechenland auf Zunge und Gaumen. Wer einmal etwas Muße und Zeit hat und nicht die fertige Gyrospfanne vom Meztger verwenden möchte, der sollte es unbedingt ausprobieren.   

Montag, 15. Dezember 2014

Räuberspieße


Räuberspieße

Wenn ich Räuberspieß höre, habe ich sofort den Hotzenplotz vor Augen.

Tief im dichten Wald liegt sein Versteck, von wo aus er kecke Beutezüge unternimmt und mit dreister Vehemenz unschuldige Menschen ausraubt. Im Vorbeigehen wird auch mal ein Schweinchen aus dem Pferch gegrapscht und in den großen Sack gesteckt. Kommt er nach erfolgreicher Diebestour wieder in seinen Unterschlupf, säbelt er mit mächtigem Messer riesige Klumpen Fleisch vom frisch geschlachteten Schweinchen und steckt sie anschließend auf seinen Degen, im Wechsel mit groben Stücken Speck, Zwiebeln und Paprika. Über seinem Lagerfeuer brät er die enormen Happen knusprig braun, dass einem das Wasser im Munde nur so zusammenläuft. Dabei dürfen auch ruhig mal schwarze Stellen des Schelmes Kebab zieren. Das gehört dazu.

Soweit zu meiner Fantasie.

Bestellt man sich im Restaurant einen Räuberspieß, in der Karte angeboten als deftiger und derber Geselle frivoler Grillkunst, kommt meist ein Schaschlik. Winzige Bröckchen Fleisch finden sich ordentlich aufgereiht und fein drapiert zwischen possierlichen Speckscheibchen, niedlichen Zwiebelstückchen und putzigen Paprikaschnittchen. Mit etwas Glück ist der "Feine Damen Spieß" ein bisschen schärfer gewürzt als man es von einem ordinären Schaschlik eben erwarten würde. Mit dem Bratspieß eines dickbäuchigen wilden Beutegreifers jedoch hat das in der Regel nichts gemein.

"Also", dachte ich kürzlich in einem Anfall von Wehmut: "Jetzt mache ich ihn einfach selbst, diesen Räuberspieß."


Zutaten
  • ein ordentliches Stück fettes Schweinefleisch
  • Paprikaschoten
  • Tomaten
  • Zwiebeln
  • Speckscheiben
  • Trockenmarinade Grundrezept (siehe ganz rechte Spalte in meinem Blog)
  • und einen Eisenspieß

Vorbereitung

Fleisch in grobe Würfel schneiden.

Zwiebeln schälen, halbieren und immer zwei bis drei Schichten zusammen ablösen.

Paprikaschoten waschen, Kerngehäuse entfernen und grob zerteilen.

Tomaten halbieren

Speckscheiben grob zusammenrollen

Jetzt geht's auf den Grill

Zubereitung

Die Zutaten im Wechsel auf einen ausreichend großen Metallspieß stecken und kräftig mit der Trockenmarinade würzen. 

Auf einem Holzkohlegrill über indirekter Hitze grillen, bis der Spieß rundherum knusprig braun ist. Das geht schneller als erwartet, da sich der Metallspieß aufheizt und von innen her gart. Je nach Hitze und Größe der Fleischstücke 20 Minuten bis zu einer halben Stunde.


Fazit

Knusprig, saftig, lecker. Ein Räuberspieß eben.

Samstag, 13. Dezember 2014

Kartoffel-Speck Miniquiches


Miniquiche

Eigentlich ist es ein spanisches Rezept. Denn im Original wird anstatt Speck ein Stück herzhafte spanische Chorizo genommen. In Deutschland kein Problem, man bekommt sie zwischenzeitlich in fast jedem Lebensmittelgeschäft. Hier jedoch habe ich mir die Hacken abgelaufen, leider ohne Erfolg.

Nichts desto trotz, als ich diese lecker aussehenden Miniquiches bei "foodwishes.com von Chef John" erblickte, konnte ich nicht widerstehen, ich musste die kleinen Happen einfach nachkochen. Also strich ich die spanischen Chorizo kurzerhand aus dem Rezept und ersetzte sie ganz einfach durch Speck. Da im Vergleich zwischen Speck und Chorizo wichtige Aromen fehlen, mussten noch verschiedene Gewürze dazu. Besonders Paprika stand ganz oben auf der Liste. Nicht nur aus Geschmacksgründen, auch der Farbe wegen. Das typische Rot darf einfach nicht fehlen. Genauso die klassischen Aromen von Knoblauch und Zwiebel, die ich ebenfalls addierte.

Bedauerlicherweise bekam ich auch keinen spanischen Manchego, weswegen ich auf eine mexikanischen Käsemischung auswich. War auch keine schlechte Wahl.

Derart verändert ist das Rezept zwar eine eher amerikanische Abwandlung der vorliegenden Variante, aber "Chef John" hatte sein Rezept ebenfalls schon stark abgewandelt. Seine Vorlage wiederum war ein spanisches Tortillarezept. Interessant, was sich aus einem einfachen Tortillarezept so alles entwickeln kann. Kochen ist eben Kunst.

Zutaten für 4 Quiches

  • eine Kartoffel
  • 1/2 Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 Esslöffel Speckwürfel
  • je nach Größe 2-4 Eier
  • Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Paprika
  • Cayenne
  • geriebener Käse

Vorbereitung

Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Kartoffeln schälen, waschen und in kleine Würfel schneiden.

Zwiebeln ebenfalls schälen und fein würfeln.

Aus dem Knoblauch eine Paste herstellen.

Eier aufschlagen und in einem Messbecher sehr gut verquirlen. Achtung wichtig: Eiklar und Eigelb müssen eine homogene Emulsion ergeben und keine Flecken von Eiklar dürfen in der Messe herumschwimmen. Also besser etwas länger quirlen. Dabei mit einer kräftigen Prise Salz würzen.

Muffinform, bis zur Hälfte gefüllt mit Kartoffel-Speck-Zwiebelmix. Der Rest wird ...

Zubereitung

Zwiebel und Kartoffelwürfel in etwas Öl bei mittlerer Hitze braten, bis die Kartoffeln fast gar sind. Das dauert je nach Würfelgröße ca. 10 - 15 Minuten.

Nun die Speckwürfel dazugeben, die Hitze auf 3/4 Kochleistung erhöhen und weiter braten, bis alles etwas cross geworden ist. Mit den Gewürzen kräftig abschmecken, vor allem Paprika darf reichlich eingebracht werden. Die Knoblauchpaste ebenfalls hinzufügen, gut durchmischen und nochmal kurz aufbraten lassen. Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenkrepp das überschüssige Fett absaugen.

Zwischenzeitlich vier Formen eines Muffinbleches einfetten. Hier in den USA bekommt man dieses Backutensil in jedem Laden, der auch nur im entferntesten mit Haushaltsartikeln zu tun hat. In Deutschland sind sie nicht ganz so geläufig, aber in gut sortierten Supermärkten dürfte das kein Problem darstellen. Zur Zeit werden sie auch beim Tedi, im Angebot des Monats feil geboten, für gerade mal 3.- €. Kann sich also jeder leisten.

Doch weiter zum Rezept.

Den Boden der eingefetteten Formen mit etwas Käse auslegen.

Jede Form bis zur Hälfte mit dem gerösteten Kartoffel-Speck-Zwiebelmix auffüllen. Das verquirlte Ei darübergießen, bis fast zum Rand. Damit das Ei sich richtig gut verteilt, die Form einige Male auf die Arbeitsfläche tippen und vorsichtig schütteln. Eine kleine Prise Käse auf jeder Miniquiche verteilen und ab in den Ofen damit, für ca. 17-20 Minuten.

... mit Ei aufgefüllt

Abkühlen lassen, aus den Förmchen nehmen, mit etwas Knoblauchmayonnaise und einem Sprinkler Grün garnieren.

Fazit

Es war eines jener seltenen Rezepte, bei dem niemand am Tisch etwas zu meckern hatte. Und das bedeutet: Es schmeckt!

Diese kleinen Quiches eignen sich übrigens auch hervorragend als Fingerfood - Mitbringsel zu einer Party. Kommt mit Sicherheit gut an.

Freitag, 12. Dezember 2014

Koriander - Rindfleisch


Korianderrindfleisch

Es wurde mal wieder Zeit für den WOK.

Schon ewig gab's nichts asiatisches mehr zu essen. Also kramte ich den eisernen Chinapott aus der inzwischen hintersten Ecke meines Küchenschrankes, blies einmal kräftig hinein um den Staub zu entfernen :-) und stellte den Kumpel auf.

Als zweites holte ich "Das große Wok Kochbuch" aus dem Schrank und blätterte darin herum, bis ich auf ein Rezept mit Rindfleisch und viel asiatischer Petersilie stieß. "Jawohl! Das ist es!", dachte ich mir im Stillen, denn ich liebe das Aroma von frischem Koriandergrün. Während es in Deutschland fast ein Ding der Unmöglichkeit war, dieses herzhafte Kraut zu organisieren, liegt es hier in jedem Gemüseregal eines jeden Einzelhändlers zu Hauf herum. Und gutes, frisches  Rindfleisch ist direkt an der Grenze zu Texas sowieso kein Thema.

Also nur noch kurz eingekauft und schon ging es los.

Zutaten für zwei kräftige Esser

  • 500 g mageres Rindfleisch
  • 4-5 Knoblauchzehen
  • 1 Esslöffel Ingwerwurzel
  • ein Bund Koriandergrün
  • 2 rote Zwiebeln
  • 1/2 Schote roter Paprika
  • 1/2 Schote grüner Paprika
  • 1 Esslöffel Zitronensaft
  • Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Chili

Vorbereitung

Rindfleisch in feine Scheiben schneiden, quer zu Faser.

Koriandergrün grob hacken.

Zwiebeln schälen und in halbe Ringe schneiden.

Paprika waschen, Kerngehäuse entfernen und in feine Streifen schneiden.

Knoblauch schälen, andrücken und grob hacken.

Ingwer schälen und reiben.


Zubereitung

Zunächst das Fleisch marinieren: Dazu ca. 50 ml Öl, Ingwer, die Hälfte des Korianders und das Rindfleisch in einer Schüssel gut vermengen, abdecken und für ca. zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Einen Wok stark erhitzen, jeweils 1 Esslöffel Öl hineingeben und das Fleisch in vier Portionen unter ständigem Rühren jeweils 3-4 Minuten anbraten, herausnehmen und zur Seite stellen.

Nochmals einen Esslöffel Öl in den Wok geben und die Zwiebeln darin anbraten. Sind diese glasig, die Paprikastreifen dazugeben und alles 3-4 Minuten pfannenrühren.

Nun das Fleisch, Zitronensaft, und den restlichen Koriander einmengen, sämtliche Zutaten nochmal gut erhitzen und mit Salz, Pfeffer und Chili abschmecken. Sofort servieren, am besten mit Reis.


Fazit

Dieses Rezept ist wirklich nur für Menschen, die gerne Koriander mögen. Da wir ihn lieben, begeisterte uns das Gericht. Vor allem die Kombination mit Ingwer hatte es in sich, kombiniert mit leichter Hintergrundschärfe durch eine Prise Chili war das ein perfektes Abendessen.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Lebkuchen selber backen - so bleiben sie weich



Lebkuchen frisch aus dem Ofen

Herrlich ist's zur Weihnachtszeit. Vor allem wenn es im ganzen Haus nach orientalischen Gewürzen duftet, die in der Lebkuchenbäckerei verwendet werden.

Leider ist das mit diesem Gebäck gar nicht so einfach. Das Problem: Sie werden leicht hart und dann schmecken sie überhaupt nicht mehr. Um das zu vermeiden, findet Ihr hier verschiedene Maßnahmen, was vor, während und nach dem Backen getan werden kann, um diesem Übel beherzt entgegen zu treten.

  1. Vor dem Backen
    Wenn der Teig fertig ist, sollte er nicht gleich geformt und in den Ofen geschoben werden. Am besten wickelt man ihn in Frischhaltefolie und lässt ihn einige Stunden bei Zimmertemperatur ruhen. In Österreich gibt es erfahrene Hausfrauen, die den Teig sogar bis zu 48 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen, bis sie ihn verarbeiten.
  2. Während des Backens
    Ich denke, dieses ist der wichtigste Punkt, um harten Lebkuchen vorzubeugen. In der Regel werden Backzeiten und Backtemperaturen zu lange und zu hoch angegeben. Lebkuchen dürfen nicht ganz durchgebacken sein, wenn sie aus dem Ofen kommen, sie ziehen nämlich noch nach. Je nach Dicke reichen 5 - 12 Minuten bei 160 bis max. 170 °C vollkommen aus. Der Garprozess im Ofen sollte schon nach 5 Minuten regelmäßig kontrolliert werden. Das Backgut kann schon herausgenommen werden, wenn die Oberfläche matt ist. Dann mit einem Küchentuch abdecken und nachgehen lassen.
  3. Nach dem Backen
    Sobald die Lebkuchen erkaltet sind gilt es sie richtig einzulagern. Grundsätzlich sind Lebkuchen 3-4 Monate haltbar. Sie sollten dazu in einer dichten Blechdose zwischen Pergament-, besser Wachspapier übereinander geschichtet werden. So bleiben sie weich. Selbst wenn sie nach dem Backen etwas hart geworden sein sollten, werden sie in der Regel nach 2-3 Tagen ganz von alleine weich und geschmeidig, entprechende Luftfeuchtigkeit vorausgesetzt.
  4. Wenn sie trotzdem missraten sind
    Auch dann ist noch nicht alles zu spät, denn hart gewordene Lebkuchen können oft wieder regeneriert werden. Dazu müssen sie Gelegenheit bekommen, Feuchtigkeit zu ziehen. Einige Apfelschnitze, Mandarinenschalen oder eine Scheibe frisches Brot mit in die Dose gegeben wirken oft Wunder.
    Doch Achtung: Diese Feuchtigkeitsspender sollten alle zwei Tage ausgetauscht werden, somst laufen sie Gefahr zu schimmeln.

    Auch können sie über Nacht in den Kühlschrank gelegt werden. Dort bekommen Sie ebenfalls Gelegenheit, zu rehydrieren. In diesem Fall empfiehlt es sich, sie locker mit Alufolie einzuschlagen.

    Ein ganz anderer Trick ist der Honigtrick. Dazu werden die Lebkuchen mit flüssigem Honig bepinselt, hernach mit Alufolie leicht abgedeckt und über Nacht stehen gelassen. So stehen die Chancen ebenfalls nicht schlecht, die trockenen Teile wieder weich zu bekommen. Hilfreich hierbei kann es sein, den Honig zuvor durch Wärmeeinwirkung im Wasserbad zu verflüssigen.
Soweit zu den wichtigsten Tipps. Wer sonst noch eine Idee hat, der sei herzlich eingeladen einen Kommentar zu hinterlassen.

Ich buk letztes Wochenende frische Lebkuchen. Dabei probierte ich ein leicht verdauliches Rezept der Weight Watchers aus, etwas verändert und meinem Geschmack angepasst. Wie bereits beim Rezept für Käsekuchen erwähnt, kann ich es nämlich nicht leiden, wenn man sich nach dem Genuss von Backwaren elend fühlt, weil der Magen wegen des vielen Zuckers und den Unmengen an Fett heftig schuften muss. Das Originalrezept und noch mehr leichte weihnachtliche Backrezepte von den Weight Watchers findet Ihr hier.


Lebkuchenmasse

Zutaten

  • 250 g Butter
  • 140 g Honig
  • 40 g brauner Zucker
  • 3 Eier
  • 2 Teelöffel Lebkuchengewürz
  • 2 Teelöffel Backpulver
  • 2 Esslöffel Kakaopulver
  • 200 g Mehl
  • 50 g gehackte Mandeln

Vorbereitung

Butter vorsichtig schmelzen

Wer kein fertiges Lebkuchengewürz zur Hand hat, kann es auch selber machen. Ich mischte es nach folgendem Rezept: 10 g Zimt, 4 g Nelke, 1 g Piment, 1 g Muskat, 1 g Koreander, 1 g Kardamom, 1 g Ingwer. Alle Gewürze natürlich gemahlen. (Rezept gefunden bei: www.chefkoch.de)

Zubereitung

Geschmolzene Butter mit Honig und Zucker mischen.

Mehl dazu und mit dem Handmixer kurz durchmischen.

Restliche Zutaten dazu und nochmals kräftig mixen, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Er kann ruhig etwas flüssig sein.

Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken.

Im Kühlschrank für ca. 1/2 Stunde auskühlen lassen.

Herausnehmen und bei Raumtemperatur nochmal 2 Stunden ruhen lassen.

Anschließend auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen.

Ofen auf 160 °C vorheizen und je nach Dicke 8 - 12 Minuten backen. 

Die Lebkuchen sind fertig, wenn die Oberfläche matt ist.

fertiger Lebkuchen auf dem Blech

Herausnehmen, abdecken und abkühlen lassen. Nicht erschrecken, die ganze Angelegenheit ist noch sehr weich, sie wird nach dem Abkühlen noch fester.

In Rauten schneiden.

Zwischen Wachs- oder Pergamentpapier in einer verschließbaren Blechdose noch 2-3 Tage reifen lassen.


Fazit

Die Lebkuchen sind sehr locker und fluffig geworden, schmecken auch lecker nach Lebkuchen. Das nächste Mal werde ich allerdings etwas weniger Kakao nehmen und als Backtriebmittel Hirschhornsalz verwenden. 

Samstag, 6. Dezember 2014

Blauer Traum - Gesundheit und Kraft für den ganzen Tag


Blaubeersmoothie


Ich mag keinen grünen Tee. Oft versucht, doch jedesmal mit demselben Ergebnis abgelehnt: Er schmeckt mir einfach nicht. Selbst der teuerste Vertreter seiner Art, mit aller Sorgfalt zubereitet schafft nicht den Gang über meinen Gaumen. Und das finde ich schade, denn wenige Dinge sind so gesund und wirken derart stark antioxidativ wie grüner Tee.

Nicht ganz so stark ausgeprägt aber trotzdem ähnlich empfinde ich beim Obst. Absolut gesund; doch lockt es mich leider überhaupt nicht "hinter'm Ofen hervor!"

Vielleicht gibt es noch mehr Menschen, denen es ähnlich geht wie mir?
Leute, die eine vergleichbare Antipathie hegen, selbiges bedauern und gerne Zugang zu Obst und grünem Tee hätten?
Die es auch schon versucht haben doch jeder Versuch im Sande verlief?

Eventuell kann auf nachfolgende Weise eine kleine Türe geöffnet werden, bei mir hat es ganz gut geklappt. Ich bin nämlich kürzlich im Blog von Sara Lynn: "The Domestic Geek" auf ein Prinzip gestoßen, wie grüner Tee und Obst bzw. Beeren zu einem Smoothie verarbeitet werden können, der es in sich hat.

Im Wesentlichen müssen vier Komponenten zusammenkommen, um jene gesunde Zutaten interessant zu machen:
  1. Flüssigkeit
  2. Eiweiß
  3. Obst
  4. eine Art "Emulgator", der diese Komponenten miteinander verbindet und der ganzen Angelegenheit die richtige Konsistenz verleiht.
So zusammengestellt kann grüner Tee als flüssige Komponente verwendet und quasi untergeschummelt werden, denn zusammen mit den anderen Zutaten verschwindet der unangenehme Beigeschmack. Finde ich zumindest.
Als Eiweiß kann Quark oder griechischer Joghurt eingebracht werden, so gewinnt der Trunk an Kraft.
Um Geschmack zu verleihen werden Beeren (am besten gefroren) oder Obst verwendet.
Fehlt nur noch der "Emulgator". Hier bieten sich Banane und Avokado an. Das mag zunächst etwas ungewöhnlich klingen: "Eine Avokado im Smoothie!?!?", doch versucht es einmal. Die grüne Powerfrucht passt hervorragend in alle grünen Smoothies.

Doch jetzt möchte ich keinen grünen sondern einen anderen Kameraden vorstellen.

Blauer Traum

Zutaten für eine Portion
  • eine Kaffeetasse grüner Tee, heiß
  • eine Kaffeetasse gefrorene Blaubeeren
  • 1/2 Banane
  • 2 Esslöffel Quark oder griechischer Joghurt
  • 1 Teelöffel Zucker

Vorbereitung

Die Banane schälen und in Scheiben schneiden. Es sollte tatsächlich auch nur 1/2 Banane in den Smoothe, sonst wird der Geschmack zu dominant.


Zubereitung

Alles im Mixer gut mixen und servieren.


Fazit

Wie bereits erwähnt, ein super Start in einen stressigen Arbeitstag. Dieser Smoothie schmeckt prima, er sättigt und man fühlt sich hernach vollkommen wohl.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Semmelknödel oder: Was tun mit altem Brot?


Semmelknödel mit Pilz-Zwiebel-Specktunke


Wer kennt das nicht?

Da liegt noch der Rest Brot von vorgestern bescheiden in der Brotbox, wartet geduldig darauf vollends verzehrt zu werden und eben hat man beim Bäcker ein ganz frisches, leckeres, duftendes Ciabatta gekauft, dass sogar noch warm ist. Und schon geht's los mit dem Gewissen. Isst man das frische Brot, so wird das alte trocken und man muss es wegwerfen.

Schlecht. Essen wird schließlich nicht weggeworfen!

Schön und gut.

Auf der anderen Seite hingegen: Das frische Ciabatta ist eben nur noch kurze Zeit so richtig frisch, warm und lecker. Darauf möchte man keinesfalls verzichten. Leider ist der Mensch satt nach vollzogenem Genuss und der Magen bietet keinerlei Platz mehr für den bescheidenden Rest Brot, der traurig und jämmerlich ungegessen vor sich hinschmachtet.

Eine echte Zerreißprobe für die Seele. Oder nicht?

Dabei ist es gar kein Problem, das frische Ciabatta zu genießen und das Brot von vorgestern aufzuheben. Ich zum Beispiel schneide es in kleine Würfel, lege sie in eine offene Plastikbox und lasse sie für ein paar Tage stehen, bis die Brotwürfel vollkommen durchgetrocknet sind.

Hernach kommen sie in einen Ziplockbeutel und können aufgehoben werden, bis man genug zusammen hat, um ein paar Semmelknödel zu machen. Da kommt dann auch der Rest vom frischen, leckeren, duftenden Ciabatta dazu, wenn er eben nicht mehr so frisch, lecker und duftend ist. Mit ein paar Handgriffen sind die delikaten Klößchen hergestellt und zusammen mit einer Pilz-Zwiebel-Specktunke beispielsweise ein unglaublich leckeres Mittagessen.

Zutaten für ca. sieben Knödel

  • 250 g trockenes Brot in kleine Würfel geschnitten
  • 1 Zwiebel
  • 2-3 Esslöffel  Speckwürfel
  • 1 Ei
  • 250 - 300 ml Milch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat

Vorbereitung

Zwiebeln und Speckwürfel miteinender anbraten, bis sie glasig aber noch nicht kross sind, durch ein Sieb gießen und überschüssiges Fett wegwerfen..

Milch in der Mikrowelle erwärmen.

Die Knödel warten darauf, ins Wasser zu kommen


Zubereitung

Brotwürfel und das aufgeschlagene Ei mit einem Teil der Milch übergießen und durchmischen. Warten bis die Milch aufgesaugt ist und kurz durchkneten. Anschließend wieder einen Schluck Milch dazu warten bis sie aufgesaugt ist und kneten. Das ganze so lange machen, bis ein fester Teig entstanden ist. Mitunter wird nicht die ganze Milch gebraucht, das hängt von der/den Brotsorten ab, die verwendet werden.

Nun die Speck- und Zwiebelwürfel hinzugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskat gut abschmecken. Alles nochmal kräftig durchkneten und mit einer Frischhaltefolie abdecken, in den Kühlschrank stellen und einige Zeit ziehen lassen, damit sich die Aromen gut entfalten können. Ich lasse das Ganze über Nacht ruhen.

Danach aus dem Teig ca. 7 Klöße formen.

Einen Topf mit Wasser zum Sieden bringen und die Kameraden 20 - 30 Minuten ziehen lassen, je nach Größe. Achtung: nicht kochen.

Aus dem Wasser nehmen und servieren.


Fazit

Immer sehr lecker und kommen bei der ganzen Familie fantastisch an.
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