Mittwoch, 28. Januar 2015

Beef Brisket slow and low - eine Anleitung in 9 Schritten


gegrillte Rinderbrust - saftig und zart

Es ist schon ein gewaltiges Stück Fleisch, so ein Beef Brisket, zu deutsch Rinderbrust. Wenn der Kamerad so vor einem liegt und auf seine Zubereitung wartet, kann es einem Angst und Bang werden. Vor allem, wenn man es schon mal versucht hat und die ganze Angelegenheit mehr oder weniger in die Hosen ging, wie es mir vor einigen Wochen passierte. Mein letztes Beef Brisket wurde nämlich zäh und trocken.

Das ist auch kein Wunder, denn an sich handelt es sich um ein minderwertiges Stück Fleisch, mit reichlich Fett und Bindegewebe. In Deutschland bestenfalls als Suppenfleisch geeignet. Doch mit einigen wenigen Tricks, der richtigen Temperatur und ein wenig Geduld wird aus dem widerspenstigen Rindermuskel eine Delikatesse aller erster Güte. Zart, saftig und so voller Aroma, wie es sonst nirgendwo zu finden ist.

Und das Beste: Es ist wirklich einfach! Man benötigt nur etwas Geduld, ein wenig Zeit und Spaß am Grillen bzw. Smoken.


1. Schritt: Fleisch auswählen

Der wichtigste Schritt! Das Fleisch darf keinesfalls mager sein. Es muss eine fingerdicke Fettschicht besitzen und das aller Wichtigste: die Marmorierung. Das bedeutet, durch die Muskeln müssen sich kleine weiße Fettäderchen ziehen, so dass es aussieht wie Marmor. Ohne Marmorierung kann ich nur eines raten: Finger weg!


2. Schritt: Trimmen

Keinesfalls die Fettkappe auf der Oberseite entfernen. ist sie zu dick, kann an manchen Stellen etwas abgenommen werden, aber Fingerdick sollte sie schon sein. Das Fett schmilzt nämlich und hält so den Braten saftig. Auf der Unterseite hingegen darf das Fett abgeschnitten werden, auch die Silberhaut.

Rinderbrust nach dem Würzen

3. Schritt: Würzen

Braten von allen Seiten mit Senf einreiben und mit einem Dry Rub kräftig würzen. Keine Angst, ein solches Stück Fleisch kann man nicht überwürzen, also so viel drauf, wie hängen bleibt. Ich habe die Trockenmarinade Grundrezept genommen, zu finden in der rechten Spalte unter Basisrezepte. Wer sich mit dem Thema Rub weiter auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich meine kleine Serie über die Herstellung von Trockenmarinaden. Ist der Kamerad von allen seiten ordentlich gewürzt, wird er in Wachspapier oder Folie eingeschlagen und geht über Nacht in den Kühlschrank. Ungefähr sechs Stunden bevor er auf den Grill kommt, sollte er allerdings wieder herausgenommen werden, damit er Raumtemperatur bekommt.


4. Schritt: Der Grill

Den Grill für indirekte Hitze vorbereiten. Auf den Ascherost wird eine Aluschale gelegt, die groß genug ist, um den austretenden Fleischsaft aufzufangen. Etwas Wasser hineingeben, sodass die Schale ca. 1 cm hoch gefüllt ist. Genau darüber wird das Fleisch auf dem Grillrost platziert.

Ans Fleisch darf keine direkte Hitze kommen, also wird neben die Aluschale eine Schlange Holzkohle aufgeschichtet, um sie später am einen Ende zu entzünden. Anschließend kann sich die Glut langsam durch die Holzkohleschlange brennen. So bleibt Temperatur im Smoker niedrig und die Brennzeit dauert lange genug an.

Obenauf kommen einige Stücke Räucherholz, ich nahm dieses Mal Apfelholz.

Grill für indirekte Hitze vorbereitet

5. Schritt: Garzeit und Gartemperatur

Das Smoken geschieht bei einer Temperatur von  110 - 120 °C. Pro Kilo kann man ungefähr einen Zeitraum von drei Stunden veranschlagen. Mein Braten hatte 4 Kg und war nach ziemlich genau 12 Stunden fertig.

Wenn die Temperatur zu heiß werden sollte, kann die Holzkohle mit Alufolie abgedeckt werden. Fällt sie zu weit, so kann die Luftzufuhr weiter geöffnet werden oder falls die Kohle zu Ende ist, muss eben nachgelegt werden. Bei mir waren's drei Mal.

ca. 1/2 Stunde bevor es los geht, wird der Grill angezündet, damit sich die Temperatur einstellen kann. 10 bis 15 Stück gut durchgeglühte Briketts an den Anfang der Kohleschlange gelegt und schon geht es los.

Hat der Grill eine Innentemperatur von 250 °C erreicht, kommt das Fleisch auf den Rost, Deckel zu und die nächsten drei Stunden nichts machen. Temperatur überwachen und sollte das Räucherholz aufgebraucht sein, etwas nachlegen. Das war's.

Und eines ist gaaaaanz wichtig: Den Deckel nicht andauernd öffnen!!!!!


6 Schritt: Einsprühen

Nach drei Stunden wird der Braten stündlich mit Apfelsaft eingesprüht. Ansonsten bleibt der Deckel zu, außer vielleicht um Kohle oder Räucherholz nachzulegen.


7. Schritt: Der Taxas Cheat

Ok, Freunde. Jetzt kommts: Nach ca. 4-5 Stunden sollte man die Kerntemperatur messen, an der dicksten Stelle. Sobald diese ca. 75°C erreicht hat, kommt der Braten runter und wird dick (2 Lagen) in Alufolie eingewickelt. Glänzende Seite nach innen, damit die Temperatur auch schön erhalten bleibt.

Durch diesen kleinen Kunstgriff wird das Fleisch zart und der Saft bleibt erhalten.

Nun kommt der Kamerad wieder auf den Grill und weiter geht's, bei 110 - 120°C, bis er eine Kerntemperatur von 93 - 95 °C erreicht hat, gemessen an der dicksten Stelle.

Natürlich braucht ab diesem Zeitpunkt kein Räucherholz mehr aufgelegt werden.

So kommt's aus dem Smoker

8 Schritt: Nachziehen

Sobald die 93 - 95°C Kerntemperatur erreicht sind wird der Bursche vom Grill genommen und muss nun noch eine Stunde ruhen. Keine Angst, er bleibt lange heiß, zumal noch in Alufolie eingeschlagen.


9. Schritt: Genießen

Nach der Zeit bleibt nur noch eines zu tun übrig: Auspacken, aufschneiden und genießen!

An sich sollte man das Fleisch gegen die Faser schneiden, aber nach dieser Methode ist es so zart, dass das vollkommen egal ist.

Lecker

Mittwoch, 21. Januar 2015

Beef Stew - ganz klassisch


Beef  Stew

Ich hatte so meine Schwierigkeiten, beim Finden der rechten Überschrift zu diesem Artikel. Schlägt man die Bedeutung von Beef-Stew nach, so erhält man Rindfleicheintopf als Ergebnis. Auf der einen Seite stimmt das zwar, denn es handelt sich tatsächlich um einen Eintopf mit Rindfleisch darin. Auf der anderen Seite stimmt es auch wieder nicht, denn ich stelle mir einen Rindfleischeintopf anders vor. Eher mit Bouillon, als mit kräftiger brauner Brühe, wie es dem Beef-Stew zu Eigen ist.

Doch wie übersetzt man das richtig?

Gulaschsuppe vielleicht? Doch die ist auch wieder anders.

Wie dem auch sei, ich würde das Beef Stew nach deutscher Vorstellung zwischen einer Gulaschsuppe und einem Rindfleischeitopf ansiedeln. Allerdings klänge das ziemlich seltsam, als Überschrift zu diesem Artikel:

"Zwischen Gulaschsuppe und Rindfleischeintopf" - komisch, oder nicht?

Deshalb habe ich einfach den englischen Titel beibehalten und mich an die Arbeit gemacht, um ein ganz klassisches Beef-Stew zu kochen. Ohne Klim-Bim und Tam-Tam, denn danach stand mir der Sinn.

Eines ist bei der Angelegenheit enorm wichtig: Das Fleisch muss zart sein. So zart, dass man es mit einem Löffel ganz bequem zerteilen kann. Trotzdem muss es aber auch noch Biss haben. Also nicht ganz einfach, deshalb ist beim Einkauf darauf zu achten, dass es nicht ganz mager ist, sondern über eine schöne Marmorierung verfügt, so gelingt es nämlich 100%ig.

Zutaten für zwei Personen

  • 500 g Rindfleisch
  • 2 dicke Karotten
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 dicke Kartoffeln
  • eine Stange Lauch
  • Petersilie
  • 1 l. Rinderfond
  • Öl zum Anbraten
  • etwas Speisestärke (ca. 1 Teelöffel)
Gewürze
  • Salz
  • Pfeffer
  • Cayenne
  • Thymian
  • Knoblauch

Vorbereitung


Rindfleisch grob würfeln, es dürfen ruhig ordentliche Stücke Fleisch sein.

Karotten schälen und grob zerkleinern.

Lauch putzen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden.

Zwiebeln und Kartoffeln schälen und ebenfalls grob würfeln.

Petersilie grob schneiden.

Aus dem Knoblauch eine Paste herstellen.

Speisestärke in etwas Rinderfond auflösen.



Beef  Stew

Zubereitung

Das Rindfleisch in einem Topf mit dickem Boden oder einer hohen Pfanne anbraten, bis es schön braun ist. Am Besten die Fleischstücke einzeln in den Topf geben und so nebeneinander legen, dass sie sich nicht berühren. Nach 3-4 Minuten haben sie schön Farbe genommen, dann einzeln umdrehen und die andere Seite 3-4 Minuten braten. Kräftig salzen und aus dem Topf nehmen.

Nun die Zwiebeln anbraten, gegebenenfalls noch etwas Öl hinzufügen, bis auch sie Farbe genommen haben. Das Fleisch wieder in den Topf schichten und mit dem Rinderfond ablöschen. Deckel drauf und für zwei Stunden ganz vorsichtig köcheln lassen.

Den Lauch dazufügen und 10 Minuten köcheln lassen.

Kartoffeln und Karotten dazu, mit Cayenne, Salz und Pfeffer abschmecken. Weitere 10 Minuten köcheln lassen.

Mit der gelösten Speisestärke andicken.

Topf vom Herd ziehen und den Thymian sowie die Knoblauchpaste untermischen.

Das Stew auf einem Suppenteller anrichten und mit der Petersilie überstreuen.

Fazit

Ich hatte den Lauch zusammen mit den Kartoffeln und Karotten in den Topf gefüllt, was ihm leider nicht ganz ausreichte, um vollständig durch zu garen. Leider. Ansonsten schmeckte das Stew hervorragend und das Fleisch war genau so, wie es sein sollte: Mit dem Löffel zerteilbar aber trotzdem noch mit Biss.

Inspiriert bei "Jenny Can Cook"

Sonntag, 18. Januar 2015

Schichtfleisch im Backofen - kein Problem

Fleisch und Zwiebeln im Wechsel

Es ist ein kulinarischer Hochgenuss: "Schichtfleisch aus dem Dutch-Oven".

Das Fleisch wird dabei so zart, dass man schon beim Anrichten äußerst behutsam vorgehen muss, damit es nicht zerfällt. Außerdem hat es sich vollgesogen bis zur letzten Faser, mit Aromen und Gewürzen. Und ganz nebenbei fällt noch jede Menge Jus ab, überschüssiger Fleischsaft und Feuchtigkeit aus dem Gemüse. Ein wahres Gedicht für jeden, der rustkale Speisen liebt.

Leider scheint es, dass dieses mundwässernde Gericht nur demjenigen Personenkreis vorbehalten bleibt, der sich zum erlesenen Kreis der "Dutch-Oven Besitzer" zählen darf. Der Eindruck entsteht zumindest, wühlt man sich durch all die Foodblogs und Webseiten, welche über jene Delikatesse berichten.

Doch weit gefehlt. Es funktioniert auch wunderbar im Backofen. Man benötigt lediglich ein hitzebeständiges Gefäß mit gut schließendem Deckel. Ich verwendete zwar einen gusseisernen Topf, der einem Dutch-Oven schon sehr nahe kommt, aber ich denke ein Römertopf, eine Jena Glasform oder selbst eine Aluschale funktionieren ebenfalls, so sie dicht mit Alufolie verschlossen werden. Es muss gewährleistet sein, dass der entstehende Dampf nicht entweichen kann, der Deckel muss also gut schließen.

Das Originalrezept wird mit Serrano Schinken, Schweinefleisch und Zwiebeln zubereitet. Ich ersetzte den Schinken durch Bacon und fügte noch etwas bunte Paprikaschnitze hinzu. Auch verwendete ich Rind und Schwein.

Topf mit Speck ausgelegt

Zutaten

  • genug Schweine- und Rinderschnitzel, um den Topf zu füllen. Es sollte etwas marmoriert sein (kleine Fettäderchen, die das Fleisch durchziehen)
  • Bacon oder geräucherten Speck in Scheiben, nicht zu dünn
  • viele große Zwiebeln
  • Paprika Mix
  • Dry Rub, ich verwendete einfach das Grundrezept aus der rechten Spalte im Blog (siehe auch meine kleine Serie über Trockenmarinaden)
  • etwas Butter

Vorbereitung

Den Topf mit Butter einfetten. Wer einen Römertopf verwendet, sollte ihn entsprechend der Gebrauchsanleitung wässern.

Das Fleisch großzügig mit dem Dry-Rub würzen.

Paprika waschen, Kerngehäuse entfernen und in Schnitze schneiden.

Zwiebeln schälen und in sehr sehr dicke Ringe schneiden.

Deckel drauf und ab in den Ofen damit.

Zubereitung

Topf mit Bacon oder Frühstücksspeck auslegen.

Paprikaschnitze darauf verteilen.

Fleisch und Zwiebeln im Wechsel und hochkant in den Topf schichten.

Deckel und/oder Alufolie drauf und ab in den kalten Ofen damit.

Auf 180 °C Ober-/Unterhitze einstellen. Nach drei Stunden rausnehmen und genießen, entweder mit leckerem Bauernbrot oder aber mit Salzkatoffeln. 

Das helle Fleisch ist Schwein, das dunkle Rind - beides so zart, dass es zerfällt

Fazit

Es hat bestens funktioniert, das Fleisch war genau so wie es sein sollte: zart, zarter am zartesten! Und dazu voller Aroma und Geschmack. Nicht zu vergessen die leichte Süße der Zwiebeln, der Hauch von geräuchertem Speck und der Jus; ein atemberaubendes Geschmacksspektakel und absolutes Muss für jeden Fleischesser und ein echtes "no go" für Gesundheitsapostel und Vegetarier. Aber schliesslich isst man so etwas ja nicht jeden Tag.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Feurig geröstete mexikanische Salsa


Salsa mit Nachos

Essen hat eine Seele. Die Seele derer, die ein Gericht zubereiten und derer, die es essen. Zumindest wenn von Menschen gekocht wird.

Ganz anders hingegen das Maschinenessen. Trübselig und düster lümmelt es auf Tellern, in Schüsseln, auf Versperbrettern und schmeckt nach nichts. Vor allem die fertigen Salsas in Flaschen und Gläsern sind besonders kümmerlich. Immer wieder lasse ich mich verleiten, kaufe einen dieser Vertreter, probiere - und ab geht's, in den Müll damit. Seelenlose rote Pampe. Nicht zu genießen.

Dabei ist es so einfach, eine richtig gute Salsa herzustellen. Nur wenige Handgriffe, ein paar Gewürze, etwas Zeit und schon hat man einen leckeren Dip für Nachos, Taccos oder Tortillas.

Zutaten für ein kleines Töpfchen
  • eine Packung Kirschtomaten
  • eine Zwiebel
  • 4-5 Knoblauchzehen
  • eine Peperoni oder Jalapeno
  • etwas Blattpetersilie
  • Zitrone
  • Salz
  • Pfeffer
  • Cumin (gemahlener Kreuzkümmel)
  • Öl

Vorbereitung
Ein Backblech mit Alufolie auslegen und leicht einölen.

Tomaten waschen.

Peperoni waschen, Kerne entfernen und grob Zerkleinern.

Zwiebeln in Stücke schneiden.

Zitrone auspressen.

Tomaten dürfen gerne etwas schwarz sein, ruhig noch dunkler als bei mir,
ich war einfach zu ungeduldig

Zubereitung

Tomaten, Zwiebeln und Peperoni auf dem Blech verteilen.

Knoblauchzehen dazugeben, mit Schale.

Das ganze unter dem Grill im Ofen auf höchster Stufe und auf aller oberster Schiene grillen, bis Zwiebeln und Tomaten richtig dunkel sind, manche Stellen müssen schwarz sein.

Etwas abkühlen lassen und die Schalen vom Knoblauch ziehen, geht ganz einfach.

Alles in den Mixer geben, zusammen mit der Petersilie und dem Zitronensaft.

Mit den Gewürzen abschmecken und pürieren. Dabei muss die Masse drei bis vier Mal mit einem Spatel oder Löffel nach unten geschoben werden.

Als Dip zu Nachos servieren.


Fazit

Wenige Handgriffe, die sich lohnen. Diese Salsa hat Geschmack und Power. Nicht zu vergleichen mit seelenlosen Tunken aus den Regalen von Supermarkt und Discounter. Probiert es aus.
(Gefunden bei meinem Lieblingsblog: foodwishes.com)

Samstag, 10. Januar 2015

Turkey oder Pute für Anfänger


Turkey frisch aus dem Ofen

Er kann einem schon Angst machen. Der Gedanke daran, einen mächtigen Vogel im Ofen zuzubereiten. Vor allem wenn es das erste Mal ist, dass man sich an solch ein ein geflügeltes Monstrum heranwagt.

"Wie gehe ich am besten vor?", ist die erste Frage. Meist werden dann Kochbücher gewälzt, im Internet gestöbert, in Foren gechattet, Mutter, Tante, Onkel und Freundin gefragt.

Und nach diesen Aktionen? Da schwirrt's im Kopf, wie ein ganzer Bienenschwarm.

Dieses Stuffing oder jenes?
Die Brust mit Alufolie abdecken oder nicht?
Die Haut mit Honig einreiben oder mit Salzwasser?
Zwischen Haut und Brust Knoblauchbutter schmieren oder gar Speckscheiben schieben?
Bei niedriger Temperatur garen und dafür länger ?
Oder doch besser bei höherer Temperatur?
Wann ist der Piepmatz gar?
Und und und...

Die Rezepte und Techniken sind fast unüberschaubar und jedes führt zu einem schmackhaften Ergebnis - vorausgesetzt natürlich, man verfügt über einen reichen Schatz an Erfahrung.

Für diejenigen Menschen aber, die Neuland betreten und noch keine Übung mit dem dicken Federvieh haben, fühlen sich all die gut gemeinten Ratschläge an wie Paukenschläge auf der Trommel der eigenen Fehlbarkeit. Eine Tonnenschwere Last schleppt man plötzlich mit sich herum. Und anstatt eine klare Vorstellung davon zu haben, wie man nun am besten vorgeht, fühlt sich der Küchenlaie vollkommen erschlagen. Im Nachhinein werden es dann doch lieber die Hühnerschlegel, anstatt der Pute. Leider.

Deswegen hier nun mal was unkompliziertes.

Als ich kürzlich in meinem Lieblingsblog bei "Chef John, von foodwishes.com" am Stöbern war, entdeckte ich diese Idee. "Turkey for beginners!", ein geniales Rezept. Vollkommen einfach. Ohne aufwendige Techniken und nahezu mit Erfolgsgarantie. Trotzdem nicht ohne Raffinesse.


Zutaten

  • Einen Vogel
  • 3 Esslöffel Butter
  • einen Zweig Rosmarin
  • einen Bund Salbei
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 Zwiebeln
  • 3-4 Karotten

Vorbereitung

Ofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Innereien dem Vogel entnehmen und beiseite legen, sie können teilweise für die Soße verwendet werden, im Prinzip genau so wie bei einer Gans ("Soße zur Gans"). Das Tier innen und außen trocken tupfen.

Zwiebeln schälen und in grobe 1/2 Ringe schneiden.

Karotten schälen, in grobe Stücke schneiden und alles in eine ausreichend große Auflaufform oder ein tiefes Backblech verteilen.

Auf einem Bett aus Zwiebeln und Karotten wandert der Vogel in den Ofen

Den Vogel darauf legen und die Flügelspitzen unter den Körper stecken. So verbrennen sie nicht und das Tier liegt stabil.


Zubereitung

Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen, bis sie gerade anfängt zu bräunen. Dann die Kräuter hineingeben und genau 60 Sekunden darin wenden - nicht mehr, nicht weniger. So wird die Butter aromatisiert.

Die Kräuter herausnehmen und im Brustraum des Truthahnes verteilen.

Beine mit Metzgerzwirn zusammenbinden.

Die Pute mit der aromatisierten Butter bepinseln, bis alle Butter aufgebraucht ist. Dadurch bekommt sie ihre schöne Farbe. 

Mit Salz und Pfeffer würzen und ab in den Ofen damit, pro Pfund ca. 15 Minuten, bei 170 °C Ober-/Unterhitze.

Und das ist auch schon alles!

Wenn eine Kerntemperatur von 79 °C erreicht ist, kann serviert werden.

Blick von hinten

Fazit

Ein Braten wie aus einem Kochmagazin. Goldbraune knusprige Haut, zartes und saftig Fleisch; genau so wie es sein soll und alles ohne komplizierte Techniken. Einzig mit meinem Ofen ist das so eine Sache, der zickt nämlich ständig rum und die Temperaturverteilung im Innennraum ist sehr ungleichmäßig. Toll wäre da natürlich ein Profiofen, wie zum Beispiel von Küppersbusch. Doch das wird wohl leider bis auf weiteres ein Traum bleiben.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Amerikanische Zwiebelsuppe


Amerikanisches Zwiebelsüppchen

"Make it easy!", oder: Einfach muss es sein. 

Frei nach der amerikanischen Devise wird die französische Zwiebelsuppe kurzerhand abgewandelt. Nicht viel. Nicht gravierend. Gerade so wenig, dass es kein französisches, sondern ein amerikanisches Süppchen ist. Genauso lecker und genauso ansprechend, wie das lauchige Vergnügen vom deutschen Nachbarn, nur eben nicht von jenseits des Rheines sondern jenseits des Atlantiks.

Erster Unterschied ist der Schnitt. Nicht Streifen sondern Rechtecke werden geschnitten: einmal quer - vier mal gerade und fertig.

Zweiter Unterschied ist die Bräunung. Die Zwiebeln werden nämlich nicht auf dem Herd, sondern im Ofen karamellisiert. So muss man nicht ständig daneben stehen und rühren.

Dritter Unterschied ist natürlich der Käse. Amerikanischer scharfer Cheddar, gemischt mit cremigem Monterey Jack geben den entscheidenden amerikanischen Dreh.


Zutaten für vier Portionen als Vorsuppe
  • 6 große gelbe Zwiebeln
  • 2 - 3 El. Butter
  • 1 Liter Rinderfond
  • 1 Liter Hühnerfond
  • 1 Schnapsglas Whiskey
  • Salz
  • Pfeffer
  • Majoran getrocknet, ca. 1 El.
  • Käse zum überbacken
  • einige Scheiben Baguette

Vorbereitung

links: französischer Schnitt, rechts: amerikanischer Schnitt

Zwiebeln schälen und grob würfeln.

Ofen auf 225 °C vorheizen.

Man benötigt einen Topf ohne Kunststoffteile, der auch starke Hitze im Ofen aushält.


Zubereitung

Den Topf auf dem Herd aufstellen und ca. 2 Esslöffel Butter darin schmelzen. Sobald die Butter verlaufen ist, die Zwiebeln hinzugeben und gut durchmengen.

Noch nicht salzen!

Nun ab in den Ofen damit und alle 15 - 20 Minuten gut durchmischen, bis die Zwiebeln eine schöne goldbraune Färbung angenommen haben. Dauert ca. 1 bis 1 1/2 Stunden. Anschließend den Topf wieder auf den Herd stellen, alles nochmals bei mittlerer Hitze einige Minuten unter ständigem Rühren braten und mit Whiskey ablöschen. Dabei sorgfältig alle Röstaromen vom Topfboden mit den Kochlöffel abschaben.

Zwiebeln im Ofen karamellisiert

Nun Hühnerfond, Rinderfond Pfeffer und Majoran dazugeben, zum Kochen bringen und abgedeckt leise köcheln lassen, bis die Zwiebeln wunderbar weich sind. Dauert nochmals ca. eine Stunde.

Mit Salz abschmecken.

Kurz vor Ende der Garzeit die Baguettescheiben mit etwas zerlassener Butter bepinseln und im Ofen knusprig braun grillen.

Anschließend feuerfeste Suppentassen mit der Zwiebelsuppe befüllen, jeweils eine Scheibe Baguette auflegen, mit Käse bestreuen und überbacken.

Wer keine feuerfeste Suppentassen hat, kann die Baguettescheiben und den Käse auch direkt in den Topf legen und gratinieren.

Zwiebelsüppchen, fertig zum überbacken

Fazit

Die Suppe steht der französischen Zwiebelsuppe in nichts nach. Sie schmeckt wunderbar würzig und aromatisch, mit der richtigen Süße und ist etwas sämig, resultierend aus der Stärke, die in den Zwiebeln gespeichert ist. Ich persönlich finde die Idee, Zwiebeln im Ofen zu karamellisieren sehr unkompliziert und wesentlich einfacher als auf dem Herd.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Frohe Weihnachten



Ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche ich allen Lesern.
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